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	<title>MARKUS HEITZ Archive - Nordmensch-in-Concerts</title>
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	<description>Dein Mag für mehr LIVE &#38; SZENE!</description>
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	<title>MARKUS HEITZ Archive - Nordmensch-in-Concerts</title>
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		<title>CHRISTIAN KRUMM &#8211; Lesen ist Metal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Radu Groß]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jun 2020 11:07:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[AT DAWN THEY SLEEP]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Christian Krumm ist im Ruhrpott bereits eine gestandene Größe, wenn es um die Verbindung zwischen Büchern und Metal geht. Der</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/christian-krumm-lesen-ist-metal">CHRISTIAN KRUMM &#8211; Lesen ist Metal</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p><strong><a href="https://www.christian-krumm-autor.de/">Christian Krumm</a> ist im Ruhrpott bereits eine gestandene Größe, wenn es um die Verbindung zwischen Büchern und Metal geht. Der Startschuss fiel gemeinsam mit Hogler Schmenk mit „Kumpels in Kutten“ bei dem über 60 Interviews und Bandhintergründe der Metalszene beleuchtet wurden. Im Anschluss widmete sich Christian 6 Monate lang backstage der Arbeit einer Plattenfirma und veröffentlichte „CENTURY MEDIA- Die Geschichte eines Labels“. Hier kamen neben dem chaotischen Werdegang auch viele Anekdoten auf den Tisch, nach denen man seine Plattensammlung unter neuen Gesichtspunkten durch hörte. Nachdem die Metalszene beleuchtet wurde, widmete sich Christian seiner ersten Bandbiographie, bei der MORGOTH Pate standen. Mein erster direkter Kontakt zu ihm begann während der Promo von „At Dawn They Sleep“; hier schrieb er einen Roman mitten aus dem Leben eines Metalheads, der vielen Fans der Szene aus der Seele spricht. Der Spagat zwischen der Leidenschaft zur Musik und dem „normalen“ Leben (Spieleabend), der Aufstieg in der Szene und die Abgründe einer Parallelwelt haben mir ebenfalls schlaflose Nächte bereitet, denn das Buch will nicht nur unterhalten, sondern schießt auch direkt ins Herz. Mit „Traumschrott“ ging es weg von der Metalszene, und hin zu 11 Kurzgeschichten, die von einem packenden Rahmen gehalten werden. In seinem aktuellen Roman „Heaven 11“ baut Christian seine Kompetenzen aus und widmet sich ganz dem Alltag einer Psychiatrie. Die Frage nach der mentalen Gesundheit wird hier von einem differenzierten Licht beleuchtet und verschafft eine intensive Perspektive zu diesem Thema.</strong></p>
<p><strong>Hallo Christian und erst einmal vielen Dank für deine Zeit. Bitte stell dich einmal kurz unseren Lesern vor, die noch nichts von dir gehört haben.</strong></p>
<p>Sehr gerne, wobei Du ja auch schon einiges erzählt hast. 😉 Hauptberuflich arbeite ich an der Uni Duisburg-Essen als Dozent für wissenschaftliches Schreiben. Ursprünglich habe ich Geschichte studiert und bin so auch zum Schreiben von Büchern über Heavy Metal gekommen, denn Holger Schmenk war damals mein Kollege am Lehrstuhl. Und obwohl mir die Sachbücher, besonders wegen der vielen Interviews, immer sehr viel Spaß gemacht haben, bin ich doch dem Schreiben von Romanen und Geschichten verfallen. An der Uni gebe ich auch regelmäßig Seminare für Studenten, die in ihrer Freizeit Geschichten schreiben. Insofern gehörten mein Roman „At Dawn They Sleep“ und dann die weiteren Bücher „Traumschrott“ und „Heaven 11“ zu dem natürlichen Prozess, der mich dorthin geführt hat, wo ich eigentlich hinwollte.</p>
<p><strong>Wie hast du damals deine Leidenschaft zum Schreiben entdeckt und kannst du dich an deine ersten lyrischen Gehversuche noch erinnern?</strong></p>
<p>Nach dem Abitur wollte ich eigentlich Journalist werden, naja und Rockstar, aber das ging wohl Vielen so. Ich habe dann ein paar Jahre freiberuflich für eine Zeitung gearbeitet, aber irgendwann gemerkt, dass ich mich bei diesen kurzen Texten nicht wirklich austoben. Kurz nach meinem Uni-Abschluss habe ich angefangen Geschichten zu schreiben und eigentlich nie damit aufgehört. Die Sachbücher kamen mehr oder weniger dazwischen. Die Geschichten, die ich damals geschrieben habe, sind dann in überarbeiteter Form in die Sammlung „Traumschrott“ gewandert. Insofern ist das eine Sammlung der ersten Gehversuche.</p>
<p><strong>Deine Leidenschaft für Metal wurde in mehreren Büchern thematisiert; erzähl uns bitte, wie du metalfiziert wurdest. Welcher Song oder welche Band hat dir den Weg zur Metalszene geebnet?</strong></p>
<p>Ganz eindeutig „Civil War“ von Guns N‘ Roses. Ich stand eines morgens vor dem Spiegel mit Walkman auf (man hört, dass ich in den 70ern geboren wurde) und da lief dieser Song. Der war ja die B-Seite von „You could be mine“ und eigentlich nur zufällig auf meinem Mix-Tape gelandet. Ich hörte die Gitarren und sie erzeugten in mir ein Gefühl von Energie, das ich bis heute spüre, wenn ich diesen Song höre. Dann kamen Blind Guardian hinzu, für die ich mich eigentlich erst einmal nur interessierte, weil sie auch aus Krefeld kommen. Naja, der Rest kam dann aber wie von selbst.</p>
<p><strong>Kannst du dich noch an dein erstes Konzert/Bandshirt erinnern? Was war dein letztes Konzert, das du besucht hast und welches Shirt hast du dir als letztes gekauft?</strong></p>
<p>Das erste Konzert war Iron Maiden 1993 in der Essener Grugahalle. Das war einfach unfassbar, noch mit Dickinson, bevor er dann zwischenzeitlich ging. Dass das ein unglaublich prägendes Erlebnis war, brauche ich wohl keinem Metalhead erzählen. Das erste Bandshirt war von Blind Guardian, das, was ich mir als letztes gekauft habe, war von dem Konzert von Pain of Salvation in der Zeche Bochum. Die haben mit „In the passing light of day“ ein Album vorgelegt, das mir immer wieder Schauer über den Rücken treibt, wenn ich nur daran denke. Und das Konzert war der Hammer. So eine Band in der nicht einmal ausverkauften Zeche zu sehen, das ist ein großes Geschenk. Da wusste ich wieder, warum Metal einfach so eine tolle Musik ist.</p>
<p><strong>Dein Roman „At Dawn They Sleep“ erzählt die Geschichte eines Metalheads, der mitten in der Szene ist. Angefangen als Fanboy, mausert er sich später zu einer Größe in einer Szene, in der sich nicht nur eine starke Gemeinschaft, sondern auch einige Abgründe auftun. Welche Parallelen gibt es zur Metalszene, die du erlebst und wie hast du damals deine Recherchen durchgeführt?</strong></p>
<p>Für den Roman musste ich gar nicht recherchieren, denn ich hatte ja vorher die ganzen Interviews für „Kumpels in Kutten“ und „Century Media“ geführt. Nachdem die beiden Bücher fertig waren, hatte ich zwar eine ganze Menge über Bands, die Szene und das Geschäft geschrieben, aber das Gefühl blieb zurück, dass ich dennoch den Punkt noch nicht wirklich getroffen hatte. Das, so meine Überzeugung, konnte nur mit einem Roman funktionieren, denn Metal ist ein Gefühl und das lässt sich nicht auf rationalem Wege erklären. So ist „At Dawn They Sleep“ das pure Gefühl, das nach den Sachbücher übrig geblieben war und unbedingt raus musste. Und das, kann man so sagen, sind auch die Parallelen des Romans zur Szene, eine recht subjektive Schilderung, aber ich habe gehört, dass viele Metalheads auch ähnliche Leute kennen. Schon witzig. 😊</p>
<p><strong>In „Traumschrott“ hast du mehrere Kurzgeschichten versammelt, die inhaltlich durch einen kurzen Handlungsstrang zusammengehalten werden. Allerdings durchbrichst du mit dieser kleinen Handlung die vierte Wand zum Leser, und erwischst ihn auf der Zielgeraden sehr unvorbereitet. Wie kam es zu der Idee und hattest du als Leser selbst schon mal so einer Erfahrung, die dich dazu inspiriert hat?</strong></p>
<p>Speziell das Durchbrechen der Vierten Wand hatte ich schon einmal bei einem italienischen Autor namens Italo Calvino erlebt, in seinem Buch „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“. Das hat mich tief beeindruckt. Aber das hat mir eigentlich nur das Bewusstsein um dieses „Werkzeug“ gebracht. Bei Traumschrott war es so, dass ich zwar als Autor mit den Geschichten ganz zufrieden war, mich aber als Leser immer noch so außen vor fühlte. Ich wusste nichts mit den Geschichten anzufangen, wenn sie nicht in einen großen Zusammenhang gestellt werden und wenn dabei nicht ich als Leser unmittelbar betroffen bin. Manche der Geschichten sind ja auch etwas abstrakt, aber ich wollte eben, dass der Leser in der Sammlung merkt, dass es auch um seine Träume, Wünsche und Bedürfnisse geht, unabhängig davon, welchen Inhalts sie sind. Also musste ich den Leser in die Geschichte mit hineinziehen, meine Sache zu seiner machen, und ich bin mit dem Ergebnis doch sehr zufrieden. So wurde für mich aus einer Improvisation das Herzstück des Buches. So geht das manchmal.</p>
<p><strong>Zu „Heaven 11“ hatte ich ja damals ein (recht umfangreiches) Manuskript, dass sich deutlich von dem veröffentlichten Roman unterscheidet. Wie kam es zu den Veränderungen und wie hat sich das für dich persönlich angefühlt?</strong></p>
<p>Ja, da kann mal wieder sehen, wie sehr das Schreiben doch einem Marathonlauf ähnelt. Man rackert sich eine gefühlte Ewigkeit ab und dann kommt es doch auf die letzten Sekunden auf der Zielgerade an. Ähnlich wie bei „Traumschrott“ traten die entscheidenden Veränderungen bei der Überarbeitung ein, dieses Mal allerdings auf den Hinweis einer befreundeten Autorin hin, die das Manuskript zur Probe gelesen hatte. Anja Bagus heißt sie und sie schrieb mir, ich solle mich voll auf die Station konzentrieren und den Rest weglassen. So wurden innerhalb von sechs Wochen aus 550 Seiten 300 und die Geschichte bekam eine andere Stoßrichtung. Die gestrichenen Passagen schwingen zwar noch so im Hintergrund mit, aber die Geschichte steht auch für sich und funktioniert besser ohne. Aber wenn ich jemals einen zweiten Teil schreibe, habe ich auf jeden Fall jede Menge Material. Persönlich fühlte es sich für mich zuerst an, als würde ich mir selbst einen Arm amputieren, aber danach war das Gefühl nur noch positiv, frei und die Rezensionen geben Anja in jedem Punkt Recht. Das Buch kommt überwältigend gut an.</p>
<p><strong>Die Geschichte lädt den Leser ein, sich intensiv mit den unterschiedlichen Strukturen unseres Verstandes auseinander zu setzen. Das Thema bietet extrem viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren; warum hast du dich für dieses Thema entscheiden und wie bist du an die Geschichte ran gegangen?</strong></p>
<p>Ich habe als Zivi und später als ungelernter Pfleger in der geschlossenen Psychiatrie gearbeitet, 5 Jahre insgesamt. Als ich von dort wegging, um meinen Unijob anzutreten, habe ich mir vorgenommen, ein Buch darüber zu schreiben. Damals dachte ich noch gar nicht daran, jemals ein Buch zu veröffentlichen, aber dieser Gedanke war seitdem immer lebendig, womöglich sogar der Grund, warum ich überhaupt mit dem Schreiben begonnen habe. Nachdem dann alle anderen Bücher erledigt waren, habe ich mich hingesetzt und zunächst Anekdoten und Erlebnisse aus dieser Zeit aufgeschrieben. An wieviel ich mich noch erinnern konnte, zeigte mir einmal mehr, wie prägend diese Zeit für mich war. Die Geschichte sollte dann so funktionieren, dass der Leser spürt, welchen ungeheuren Einfluss der Umgang mit psychisch kranken Menschen auf das eigene Selbstbild und den Blick auf die Gesellschaft hat. Das wird man nie wieder los und diese Erfahrung wollte ich mit Interessierten teilen. Ich glaube, das ist ganz gut gelungen.</p>
<p><strong>Die Atmosphäre hat mich sehr an meine Zivildienstzeit erinnert; auch wenn es eine andere Einrichtung war (Wohnheim für behinderte Menschen), so habe denke ich, dass die Patienten deines Buchs (bzw. die Bewohner meiner Einrichtung) Struktur, Vertrauen und menschliche Nähe benötigen, um ihren Alltag und ihr Leben bewerkstelligen zu können. Dennoch lebt jeder in seiner eigenen Welt und das einzige, was denjenigen von uns Leuten in der „freien Wildbahn“ unterscheidet ist, dass wir uns um uns selbst kümmern müssen und weniger kontrolliert werden. Unterm Strich empfindet jeder von uns das Leben auf seine eigenen Weise und handelt entsprechend. Was davon als „krank“ oder „unnatürlich“ angesehen ist, ist das, was von der Gesellschaft und den Erwartungen definiert wird. Wie siehst du das?</strong></p>
<p>Genauso. Ich lasse das so stehen, denn auch darum geht es in „Heaven 11“. Der Wahnsinn findet nicht drinnen statt (also auf der Station), sondern draußen.</p>
<p><strong>Du hast mittlerweile einige Bücher auf dem Kerbholz. Wie fühlt es sich für die als Autor an, wenn du auf deine (teils sehr unterschiedliche) Werke zurückblickst?</strong></p>
<p>Spannend. Bücher sind wie Kinder (wobei ich ja keine habe, aber ich glaube der Vergleich taugt trotzdem). Jedes Buch ist ein kleiner Mikrokosmos für sich und ich liebe jedes einzelne auf seine Art. Natürlich habe ich auch meine Lieblinge, aber dass das verwerflich ist, so weit muss man den Vergleich mit den Kindern dann doch nicht treiben. Zum Beispiel bin ich immer noch unendlich stolz auf das Century-Media-Buch. Ich halte es in seiner Art für einzigartig, weil in keinem Sachbuch das Musikgeschäft so nah am Geschehen beschrieben wird. Von dem, was ich in dieser Zeit, in der ich bei Century Media fast so praktikantenmäßig ein- und ausgegangen bin, habe ich unendlich viel gelernt und vieles davon steckt auch in dem Buch. „At Dawn They Sleep“ wiederum war ein außerordentlicher Kraftakt, die reine Selbstverwirklichung, bei der ich vielleicht noch ein wenig mehr an der Leser hätte denken sollen. Aber darum ging es in dem Buch nicht, sondern allein um das Gefühl, das ich mit der Metalszene verbinde. Es ist ein lustiges Gefühl, dass ich tatsächlich in der Regel mit Büchern immer zufriedener werde. Was anderes bringt ja auch nichts, denn sie sind ja schon geschrieben. Dafür bin ich mit dem aktuellen Buch immer sehr unzufrieden und das ändert sich auch gewöhnlich nicht, bis es draußen ist. Am Ende fühle ich mich wie ein 90jähriger im Rollstuhl und die Lektoren und Probeleser sind meine Pfleger, die mir bei den kleinsten Kleinigkeiten helfen müssen. Aber so hat es bislang noch immer gut funktioniert.</p>
<p><strong>Wie gehst du ein neues Buch an? Hast du eine bestimmte Technik, oder lässt du dich inspirieren, sammelst und sortierst im Anschluss?</strong></p>
<p>Zwei meiner liebsten Autoren, Umberto Eco und Stephen King, haben, jeder auf seine Art, das Schreiben sehr treffen beschrieben. Eco sagt: „Schreiben ist 10 % Inspiration und 90 % Transpiration“ und King schreibt irgendetwas von einem Tunnel voller Scheiße, durch den man kriechen muss. Genauso ist das. Es gibt eine Idee, die den Anfang setzt und danach läuft es eigentlich immer so: „Ah, das ist eine Mega-Idee“ – schreib, schreib, schreib – „Ach ne, eigentlich ist das total scheiße!“ – verzweifel, fluch, ich kann nix, ich hör auf, leckt mich doch alle! So geht das mit 9 von 10 Ideen, die mir zu einer Geschichte kommen. Für mich gibt es nur einen Weg, ein Buch zu schreiben: Man muss es einfach wollen, alles hinterfragen, immer prüfen, ob und wie etwas funktioniert und dem Willen, eine gute Geschichte zu schreiben, alles andere unterordnen. Für mein neues Manuskript habe ich bereits 300 Seiten geschrieben, davon bin ich zufrieden mit ungefähr 40. Der Rest ist nur der Weg zu etwas Besserem. Man muss extrem ruhig bleiben und sich immer wieder überwinden. Das ist für mich die einzige Technik. Der Rest ist Fühlen. Man muss schwitzen, lachen, weinen, Angst haben, während man schreibt, dann ist es richtig. Und das kann man nur, wenn man frei von dem Gedanken ist, dass man ein Buch schreiben MUSS. Es muss einfach gewollt sein. Klingt nicht sehr hilfreich, aber ich glaube, die meisten Autoren würden mir da zustimmen.</p>
<p><strong>Du hast in deinen Anfangstagen mit Holger und Nicole Schmenk zusammen gearbeitet und hast seit einigen Jahren eine feste Kooperation mit Edition Roter Drache. Bitte erzähl uns, wie es damals zur Zusammenarbeit gekommen ist und was diese Kooperation heute noch für dich reizvoll macht.</strong></p>
<p>Edition Roter Drache ist ein großartiger Verlag. Natürlich läuft nicht alles immer so, wie man sich das wünscht, aber menschlich gibt es nichts Besseres. Die Autoren sind tatsächlich wie eine große Familie und da sind ja wirklich ein paar durchaus nennenswerte dabei wie Luci van Org, Axel Hildebrandt, Christian von Aster, Tommi Krappweiß, Marc Benecke usw. Natürlich kenne ich nicht alle persönlich, das ergibt sich eher zufällig auf gemeinsamen Messen und Lesungen. Und diese Atmosphäre liegt eben daran, dass der Verleger Holger Klimannel so ein großartiger Typ ist, der wirklich alles für die Bücher tut. Wenn Du als Autor das Gefühl hast, dass Dein Verleger mindestens ebenso hart für Dein Buch arbeitet, wie Du, dann ist das ein großes Glück. Außerdem kann er exzellent Bücher setzen, die werden immer echte Schmuckstücke. Kennen gelernt habe ich ihn über den ehemaligen Morgoth-Sänger Marc Grewe. Der hatte mich seinerzeit für die Morgoth-Biografie vorgeschlagen, die ich ja dann auch geschrieben habe. Naja, und dann sagte Holger zu mir: Wenn Du noch was hast, immer her damit. Und so war ich drin. Das sehe ich als großes Glück an.</p>
<p><strong>Du bist (genau wie ich) ein großer BLIND GUARDIAN Fan; erzähl uns doch mal, wie du das letzte Album erlebt hast und ob was du vom neuen Album erwartest.</strong></p>
<p>Meinst Du das Orchester-Album? Ich gebe zu, dass ich die Begeisterung nicht so ganz teile. Es ist zwar ein atemberaubendes Werk, funktioniert aber für mich persönlich nicht so gut, wie die regulären Alben. Liegt aber auch daran, dass ich „Beyond the red mirror“ für ein Meisterwerk halte. Das hat allerdings einen Makel. Die Story des Albums ist sehr undurchsichtig und funktioniert für meinen Geschmack nicht. Da taten Guardian doch gut daran, dass sie sich früher bei Tolkien bedient haben. Und ich glaube sogar, sie sehen das ähnlich, denn für das aktuelle Album haben sie sich ja mit Markus Heitz einen DER deutschen Fantasy-Autoren der Gegenwart geholt. Das ist natürlich super. Ist übrigens auch ein netter Typ, den habe ich mal kennen gelernt, weil ich auf einer Konvention direkt nach ihm gelesen habe, allerdings mit ein paar weniger Zuschauer (hüstel). Also, konzeptionell, von der Umsetzung her, ein nahezu perfektes Werk, wie es bei Blind Guardian so ist, aber eben nicht so mein Geschmack. Ich bin gespannt, was jetzt kommt.</p>
<p><strong>Hast du noch andere Tipps, welche coolen Alben man sich aktuell anhören sollte? Was sind deine Top 5 Lieblingsalben, die immer gehen?</strong></p>
<p>Ich bin vielleicht nicht immer so Up-to-date, weil ich weniger die aktuellen Releases verfolge, sondern auch gerne in den Tiefen der Musikhistorie stöbere. Dort habe ich ein Album gefunden, das auch von Mikael Akerfeld in einem Youtube-Video empfohlen wurde: Song for all seasons von The Renaissance. Cooles Ding, gebe ich ihm Recht, eher seicht, 70s-Prog, aber eben mein Geschmack. Ansonsten das oben erwähnte Pain of Salvation-Album, ebenso „Remedy Lane“ von dieser Band, einfach großartig. „Eternal“ von Stratovarius höre ich in letzter Zeit wieder sehr, sehr gerne, außerdem „Watershed“ von Opeth. Das sind so die Favoriten im Moment, neben vielen alten Schätzchen von Dream Theater, Genesis oder auf Dire Straits, die bei mir immer gehen.</p>
<p><strong>Hast du eigentlich ein Stammfestival, bei dem man dich antreffen kann?</strong></p>
<p>In letzter Zeit bin ich etwas draußen, was Festivals angeht, nicht nur wegen Corona. Aber wenn dann sicher das Rock Hard Festival, das Dong Open Air oder das Nord Open Air. Die gehen eigentlich immer.</p>
<p><strong>Wie schaut´s bei dir mit Büchern aus? Welche Autoren/Genres liest du gerne und warum? Gibt es für dich einen Unterschied zwischen dem Lesen und sich inspirieren lassen?</strong></p>
<p>Den gibt es eigentlich nicht. Für mich ist es nach Heaven 11 die vordringliche Frage, in welches Genre ich meine Geschichten entwickeln will. Das Genre ist bei Autoren fast noch wichtiger als bei Musikern, da man ja bei Bands schon einmal einen Song hören kann, um zu verstehen, welche Musik sie machen. Bei Autoren müsste man mindestens ein ganzes Buch lesen und das kostet Zeit. Daher nehmen die Leser den Genre-Hinweis immer dankbar an. Ich habe bereits eine Horror-Kurzgeschichte für eine Anthologie geschrieben und mit Heaven 11 in Kombination dachte ich mir, Psycho-Horror wäre eine gute Sache. Also las ich ein paar Klassiker, besonders natürlich Stephen King. Die Herausforderung dieses Genres ist, dass man verstehen muss, was einem Leser so richtig das Gruseln lehrt, wenn man eben nicht die Möglichkeit hat, Bilder zu zeigen wie im Film. Dafür suche ich nach Werkzeugen. Viele Autoren dieses Genres retten sich damit, dass sie brutale Geschichten schreiben. Das will ich nicht. Ich will, dass die Leute sich gruseln, nicht ekeln. Also las ich zum Beispiel endlich „Carrie“ und „Shining“, was ich schon immer vor hatte. Das war ganz aufschlussreich, aber ich stehe da noch am Anfang.</p>
<p><strong>Du bist Dozent an der Uni für wissenschaftliches Schreiben; privat tobst du dich in Sachen kreativem Schreiben aus. Hält sich das bei dir gegenseitig die Balance, oder fällt es dir manchmal schwer, beides in Einklang zu bringen?</strong></p>
<p>Das ist kein Problem, eher im Gegenteil. Natürlich hätte ich manchmal gerne mehr Zeit zum Schreiben, aber die Arbeit bringt mich auf andere Gedanken. Außerdem lerne ich an der Uni jede Menge Studenten kennen, die liebend gerne schreiben. Das sorgt für jede Menge Inspiration, und Kontakte nebenbei. Der Vater einer meiner Studentinnen zum Beispiel ist Autor für Perry Rhodan und hat mir den Kontakt zu Andreas Eschbach ermöglicht, der tatsächlich dann auch zu Besuch in meinem Seminar war und über das Schreiben erzählt hat. Das war großartig. Also, ich bin sehr glücklich mit dieser zweigleisigen Arbeit.</p>
<p><strong>Kannst du dich noch daran erinnern, als du dein erstes Manuskript einem Verlag vorgelegt hast? Was war das für ein Gefühl und wie unterscheidet sich der Adrenalinkick von heute?</strong></p>
<p>Es ist schon ein beruhigendes Gefühl, dass ich einen Verlag habe, der gewöhnlich meine Geschichten veröffentlicht. Aber der Kick ist immer noch da, gerade wenn die Phase der Probeleser kommt. Mein erstes Manuskript habe ich vor Jahren einem Verlag in meiner Heimatstadt Krefeld vorgelegt. Die Verlegerin war sehr nett und gab mir jede Menge Tipps, hat aber letztlich das Manuskript abgelehnt. Es war aber auch wirklich schlecht. Letztlich ist es gar nicht einmal so ein großes Problem, einen Verlag zu finden, wenn man ein Manuskript hat, besonders, wenn es eindeutig einem Genre zugeordnet werden kann. Aber den passenden zu finden, ist schon wieder wie die Nadel im Heuhaufen suchen. Und die kleinen Verlage haben tatsächlich schwer zu kämpfen. Als Autor muss man damit rechnen, auch selbst sehr viel Promotion zu machen. Aber wo ist das nicht so?</p>
<p><strong>Kannst du dir vorstellen, noch ein Buch in Bezug auf Musik zu schreiben? Welche Zukunftspläne gibt es bei dir?</strong></p>
<p>Die Psycho-Mystery-Horrorgeschichten sind das Projekt, an dem ich jetzt arbeite. Ich träume von einer klassischen Spukhaus-Geschichte, die aber eben auch diese Psycho-Elemente von Heaven 11 hat. Mal sehen, ist ein langer Weg. Bücher über Musik – das Thema ist erst einmal durch. Mein Plan war: Szenebuch, Plattenfirmabuch, Bandbiografie, Roman, alles habe ich gemacht. Daher konzentriere ich mich auf andere Dinge.</p>
<p><strong>Danke für deine Zeit und das coole Interview! Einige abschließende Worte an unsere Leser?</strong></p>
<p>Danke Dir. 😊 Gerne, ich bemerke immer wieder, dass Leser und auch Rezensenten sich nicht unbedingt trauen, mit einem Autor in Verbindung zu treten. Macht das ruhig, sagt mir Eure Meinung, wenn Ihr eines meiner Bücher gelesen habt. Feedback ist immer toll!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Durch das Interview führte: Sebastian Radu Groß</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>BLIND GUARDIAN &#8211; Im Gespräch mit Hansi Kürsch zum Orchester Album (Interview)</title>
		<link>https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/blind-guardian-im-gespraech-mit-hansi-kuersch-zum-orchester-album-interview</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Radu Groß]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Nov 2019 15:07:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[BLIND GUARDIAN]]></category>
		<category><![CDATA[DEMONS & WIZARDS]]></category>
		<category><![CDATA[HERR DER RINGE]]></category>
		<category><![CDATA[LEGACY OF THE DARK LANDS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Gut Ding will Weile haben. BLIND GUARDIAN Fans kennen das zu Genüge, denn zwischen den regulären Alben liegen traditionell mehrere</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/blind-guardian-im-gespraech-mit-hansi-kuersch-zum-orchester-album-interview">BLIND GUARDIAN &#8211; Im Gespräch mit Hansi Kürsch zum Orchester Album (Interview)</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Gut Ding will Weile haben. <span style="color: #800000;"><a style="color: #800000;" href="https://www.blind-guardian.com/"><strong>BLIND GUARDIAN</strong></a></span> Fans kennen das zu Genüge, denn zwischen den regulären Alben liegen traditionell mehrere Jahre. Mit &#8222;Legacy Of The Dark Lands&#8220; enthüllen die Krefelder Barden endlich das Geheimnis, das sie seit fast 23 Jahren mit sich tragen und legen ihr lang erwartetes Orchester Album vor. In Zusammenarbeit mit Fantasy Auto Markus Heitz (&#8222;Die Zwerge&#8220;) ist ein Opus entstanden, der trotz fehlender Gitarren daran anknüpft, wo &#8222;Nightfall In Middle Earth&#8220; aufgehört hat. Wir telefonierten mit Hansi Kürsch und plauderten über die Entstehung des Albums, Markus Heitz die Verbindung zu den anderen Alben.<strong><br />
</strong></p>
<hr>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie geht es Dir jetzt, wo alle Geheimnisse um das Album offenbart sind und Ihr endlich frei darüber sprechen könnt?</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Ich fühl mich erleichtert und bin sehr stolz auf das Ergebnis. Erleichtert deshalb, weil ich teilweise an die Veröffentlichung schon nicht mehr glauben konnte. Es hat sich für mich schon wie eine unendliche Geschichte angehört und jetzt hören endlich die Erklärungen auf. Das Thema „Orchester Album“ kam gefühlt in jedem fünften Interview zur Sprache. Natürlich kam die Frage „Erklär mal, was ist denn das?“ mehrfach auf, weil man sich nichts darunter vorstellen konnte. Dann versucht man irgendwie etwas zu erklären, was nicht erklärbar ist, weil Musik erst erklärbar wird, wenn man sie gehört hat bzw. wenn man weiß, worum es geht. Ich habe mich häufig bemüht den Leuten mitzuteilen, was es ist. Man hat aber häufig die Fragezeichen über den Köpfen der Leute sehen können. Damit ist es jetzt endlich vorbei; entweder es gefällt oder es gefällt nicht (lacht), aber die Leute wissen jetzt, wovon wir gesprochen haben.</p>
<p><strong>Ja, das Orchester Album war schon ein Running Gag. Man hat sich schon immer über jedes reguläre Album gefreut und bei jedem Interview sprach man über die orchestralen Elemente, die dann sofort zu der Frage führten, wann denn das Orchester Album bleibt.</strong></p>
<p><strong><span style="color: #808000;">Hansi:</span></strong> Genau. Am Nächsten dran waren wir tatsächlich zwischen 2006 und 2010. Da hab ich gedacht, dass wir jetzt auf dieses Orchester Album eingehen und dabei bleiben. Allerdings hatten wir noch nicht alle Leute zusammen, die wir brauchten und haben es dann irgendwann verworfen und uns entschlossen, erst ein reguläres Album zu machen. Das ist dann „At The Edge Of Time“ gewesen. In der Zeit haben wir dann praktisch die fehlenden Leute an Bord bekommen, u.a. das Prager Philharmonic Orchester, weshalb dieser Zwischenschritt durchaus Sinn gemacht hat. Da waren wir wirklich relativ nah dran, zumindest mit der Produktion anzufangen. Das haben wir dann aber wieder bis nach „Beyond The Red Mirror“ wieder verworfen. Danach haben wir aber gesagt, jetzt machen wir Nägel mit Köpfen und jetzt kommt dieses Teil! (lacht). Sonst wäre das Album wohl nie veröffentlicht worden und es hätte so ausgesehen, dass wir einfach nur quatschen. Da haben wir also wirklich mal die Chance beim Schopfe gepackt. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass diese finale Produktion, die weitestgehend aus technischen Geschichten, aus Mix und aus Gesängen bestand, so lange dauern würde. Davon bin ich von Tag 1 an nicht ausgegangen. Es hat sich dann relativ schnell herauskristallisiert, dass doch mehr zu tun ist, und dass es doch sehr viel aufwendiger ist, als gedacht.</p>
<p>Auch bei den Gesängen mussten mehrere Versuche gestartet werden, um die Intensität einzufangen, die dem Orchester gerecht wurde. Trotzdem hätte ich nicht gedacht, dass die Produktion noch so lange dauern würde.Wir haben seit 2009 immer wieder den einen oder anderen Song orchestertechnisch aufgenommen. Das ging in der Regel immer sehr schnell, so dass ein oder zwei Songs an einem Tag fertig waren. Aber das Editieren und Abmischen des Orchesters, so dass ich dazu performen konnte, hat eine Menge Zeit in Anspruch genommen. Das hat man so gar nicht auf dem Schirm.</p>
<p><strong>Bereits seit der „Nightfall“ kam die Idee des Orchester Albums erstmals auf. Man hatte bereits orchestrale Elemente genutzt und immer wieder etwas auf der Halde liegen. Als es dann aber ans Eingemachte ging, kann ich mir gut vorstellen, dass Ihr dann die kreative Box der Pandora geöffnet habt und Euch erstmals der wahre Umfang dieses Projektes bewusst geworden ist.</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Das war absolut so! Alleine das Finden des Orchesters war eine Herausforderung. Wir haben im Vorfeld bereits mit zwei Orchestern Testballons gestartet, die aus unserer Sicht nach hinten losgegangen sind. Da haben wir dann auch nicht weiter Zeit investiert, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, sondern sind straight an das dritte Orchester rangegangen. Dazwischen sind natürlich viele Monate ins Land gegangen, bis wir gemerkt haben, dass das Prager Orchester richtig für uns ist, weil die Leute einfach den passenden Sound hatten. Es war aber von der Umsetzung auch so ein Ding. Die Schwierigkeit bestand darin, dass die von uns programmierten Songs von einem Orchester eingespielt werden mussten. Eigentlich denkt man, dass man alles ja schon auf dem Computer fertig eingespielt hat, alles harmonisch klingt und man damit 100%ig zufrieden ist. Theoretisch müsste man also problemlos in der Lage sein, das Ganze als Score ausdrucken zu lassen (es gibt schließlich sehr viele Programme dafür). Dem ist aber leider nicht so; du musst tatsächlich für jedes einzelne Instrument, das du bereits programmiert hattest, überprüfen, ob es für das klassische Instrument spielbar ist. Wenn dem so nicht ist, musst du erstmal ein geeignetes Instrument suchen, wo es spielbar ist. Das war nur eine der vielen Hürden. Beim Gesang war es nicht anders. Ich musste auch ausprobieren, mit welchem Härtegrad ich die Songs einsinge und was dazu passt. Ich habe es auch mal versucht so einzusingen, wie es ein klassischer Sänger gemacht hätte. Das hat uns aber nicht gefallen, weil es keine BLIND GUARDIAN Eier mehr gehabt hätte. Da mussten wir uns auch hinarbeiten, um diesen Härtegrad zu finden, der unserer Band entspricht. Gleichzeitig darf das Orchester nicht zu verzerrt werden und der narrative Teil muss transportiert werden. Das war dann auch nochmal ein Jahr Lehrgeld, bis ich wusste,wie ich zu singen habe. Da steckt insgesamt schon eine Menge Finesse drin.</p>
<p><strong>Ihr seid ja dafür bekannt, viel Zeit für ein Album zu brauchen, aber dann immer Euer perfektestes Ergebnis ins Rennen zu schicken. Wenn Ihr ein Album macht kommt im Nachgang immer raus, wie perfektionistisch und akribisch Ihr daran geht, um immer noch etwas mehr rauszuholen, als bei den Vorgängern. Das hat meiner Meinung nach mit dem Orchester Album auch gut geklappt.</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Das freut mich. Ich hoffe das sehen andere auch so (lacht).</p>
<p><strong>Was war Deiner Meinung der größte Erfolg und die größte Niederlage während der Entstehungsphase des Orchester Albums?</strong></p>
<p>Die Niederlage ist trotz allem die Zeit und, dass wir nicht in der Lage gewesen sind, das wesentlich früher zu veröffentlichen. Hinzu kommt, dass der Markt sich auch sehr verändert hat. Wir sind uns zwar sicher, ein zeitgemäßes Produkt auf den Markt gebracht zu haben, aber die Hörgewohnheiten haben sich auch so sehr verändert. Es gibt zum Glück auch Nostalgiker, die CD´s und Vinyl hören. Denen kann man unser Album so präsentieren, wie es von uns gedacht ist. Bei den Streaming Geschichten wird das schon etwas schwieriger. Die Leute denken hier nicht in Alben, sondern in Playlists. Da stellt sich die Frage: „ Was ist die korrekte Playlist für BLIND GUARDIAN Twilight Orchester?“(lacht). Soundtrack funktioniert nicht, wegen Gesang und einigen Metallern könnten die Gitarren und das ballernde Schlagzeug fehlen. Da wäre es sicherlich einfacher gewesen, dieses Album im Jahr 2005 zu veröffentlichen. Wenn ich ganz streng mit uns wäre, würde ich die lange Zeit als Niederlage werten. Auf der anderen Seite, wie Du bereits erwähnt hast, geben wir nichts heraus, von dem wir nicht komplett überzeugt sind. Ich glaube außerdem, dass der Sprung von der „Nightfall“ zu diesem Album nicht all zu groß ist, weil da das Erzählerische mit dabei ist.</p>
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe title="BLIND GUARDIAN TWILIGHT ORCHESTRA - War Feeds War (OFFICIAL MUSIC VIDEO)" width="800" height="450" src="https://www.youtube.com/embed/7bZjrn6IhOw?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></div>
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<p><strong>Zum Thema „Streaming“ glaube ich, dass es viele Fans gibt, die noch die nostalgische Schiene fahren und CD´s und Vinyl bevorzugen. Besonders bei den Metalfans, da es so viele Special-Editions gibt, die auch schnell ausverkauft sind. Ich beispielsweise habe mir Euer Album gleich als Earbook und Vinyl geholt.</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Ach, Du bist derjenige, der wie verrückt bestellt! (lacht). Der größte Erfolg bei dem Album ist, dass es zu 100% BLIND GUARDIAN ist. Wir haben uns im Grunde neu erfunden, weil die Band außen vor war. Markus und Frederik konnten leider nicht mitspielen. Andre ebenfalls nicht, sondern hat ausschließlich komponiert. Der Gesang definiert die Band hier zwar, aber nicht ausschließlich. Ich glaube, dass jeder, der uns seit der „Nightfall&#8220; hört, bestätigen wird, dass das funktioniert.</p>
<p><strong>Als Fan hatte ich es nicht immer leicht mit Euch. Als Ihr 2002 den Schwenk zur „A Night At The Opera“ gemacht habt, wurden immer mehr orchestrale und bombastische Elemente drauf gepackt. Bei der „Beyond The Red Mirror“ hatte ich das Gefühl, dass man eine Symbiose aus den besten Queen Zutaten mit Bombast gemischt hat und den BLIND GAURDIAN Mantel drüber gelegt hat. Klingt geil, aber da fehlte mir persönlich das gewisse Etwas, was mich vollends ausflippen lässt. Als ich „Legacy Of The Dark Lands“ zum ersten Mal gehört habe, war das alte Feeling auf magische Weise sofort wieder da, was mir seit Jahren gefehlt hatte. Im Anschluss daran habe ich mir alle Scheiben nach der „Opera“ nochmal angehört und ein tieferes Verständnis dafür bekommen, wie die Entwicklung des Orchester Albums auf Eure regulären Werke abgefärbt hat. Ich kann mir vorstellen, dass diese Tatsache nicht nur mich, sondern auch andere Fans lange beschäftigen wird.</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Cool! Ich bin mir nicht so sicher, inwieweit das Orchester Album die regulären Alben befruchtet hat, oder umgekehrt. Ich sehe das aber auch so, wie Du, dass die Arbeiten an „Legacy Of The Dark Lands“ während all den Jahren mit definiert hat. Das Schöne an der ganzen Sache war, dass es bei Andre und mir nie Verständnislücken gab. Wir haben immer super gerne an den Sachen gearbeitet. Es gab nie die Situation, dass wir uns überlegen mussten, ob der Part so OK ist oder, ob wir den lieber weglassen sollten. Bei `War Feeds War` gibt es nur ein Mal den Refrain, statt der klassischen Wiederholung. Da waren wir uns auch sofort sicher, dass das so funktionieren würde. Es gibt immer wieder Momente bei jedem BLIND GUARDIAN Album, wo wir Elemente zurückhalten oder wieder rausschmeißen. Das ist aber schon seit der „Battallions Of Fear“ so gewesen. Das ist nicht in den letzten Jahren so entstanden, sondern Teil unseres Songwritings, dass wir sehr kritisch mit uns selbst ins Gericht gehen und jeden Part in seiner Form hinterfragen. Bei den klassischen Geschichten ist das nicht so passiert. Es ist einfach konzipiert worden und hat sich für uns immer sofort richtig angefühlt. Wir hätten natürlich auch Gitarren und Schlagzeug drauf packen können, die Diskussion gab es zu mehreren Anlässen. Wir sind aber immer wieder zu der Ursprungsidee zurückgekommen, dass es ein reines Orchester Album mit Gesang werden sollte. Wir hätten auch noch diverse Gastsänger an den Start holen können, wie bei Ayreon, um das Ganze aufzubauschen. So war das aber nicht konzipiert; da ist ein Typ, der springt in die Rollen der verschiedenen Charaktere rein und erzählt (als letztes Überbleibsel von BLIND GUARDIAN) die Geschichte. Ich gehe davon aus, dass die Leute, die die „Nightfall“ mochten, mit dem Orchester Album schnell warm werden.</p>
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<p><strong>Beim Durchhören ist mir aufgefallen, dass `Harvester Of Souls` bereits auf der „Beyond The Red Mirror“ in Form von „At The Edge Of Time“ eingespielt wurde (nur halt mit Gitarren und Schlagzeug).</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Stimmt, Du hast recht. In gewisser Weise ist das ein Widerspruch zu dem, was ich die ganze Zeit erzähle. (lacht). Es stimmt auch, was Du vorher gesagt hast, dass mit der aktuellen Platte das Verständnis da sein könnte, wie die regulären Alben entstanden sind. An manchen Stellen kann man sogar raushören, welche Songs zu welchen Orchester-Projekten entstanden sind. `Wheel Of Time` ist beispielsweise ursprünglich für dieses Album konzipiert worden. Ich bin damals zu Andre gegangen und war der Meinung, dass diese Nummer für das Orchester Album nicht aussagekräftig genug war. Andre hat sofort geschaltet und wir haben daraus einen Bandsong gemacht. Haben wir gemacht, hat funktioniert, da hat BLIND GUARDIAN definitiv von dem Orchester Album schon profitiert (lacht). Bei „Beyond The Red Mirror“ ist es ähnlich gelaufen; dieses Mal kam Andre zu mir und meinte, er habe die Nummer geträumt und es würde sehr gut mit Gitarren klingen. Dadurch denkt man sich, dass einige Stücke bekannt vorkommen und man kann einige Hinweise wirklich in unseren früheren Alben entdecken, was wir selbst auch nicht wussten.</p>
<p><strong>Ihr habt mit dem Fantasy Autor Markus Heitz, der ja selbst auch ein großer Fan von Euch ist, zusammengearbeitet. Wie kam es zu dem Kontakt?</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Wir waren uns schon um 2007 oder 2008 im Klaren, dass es kein Tolkien Konzept werden soll. Ich war mir aber auch im Klaren, dass ich das textliche Konzept alleine nicht stemmen kann, weil ich z.B. ja auch noch bei Demons &amp; Wizards dabei bin. Sonst hätte unser eigener Anspruch und die Qualität darunter gelitten. Ich habe mich also auf die Suche nach meinen Lieblingsautoren gemacht und in Deutschland ist Markus Heitz mit dem Zwerge Universum definitiv die Nummer Eins, so dass er meine erste Anlaufstelle war. Markus hat in den 90er Jahren als Rollenspieler BLIND GUARDIAN rauf und runter gehört und sich tierisch gefreut. Wir haben uns getroffen, gut verstanden und auch sehr schnell über den konzeptionellen Rahmen der Geschichte einigen können. Wir waren da sehr schnell auf einer Spur.</p>
<p><strong>Das glaube ich Dir sehr gerne. Das Buch „Die Dunklen Lande“ (angelehnt an die Geschichte des Orchester Albums &#8211; Anmerkung der Redaktion) hast Du aber auch gelesen, oder?</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Musste ich ja (lacht). Das habe ich auch in der Entstehungsphase der Texte gelesen und konnte daher einiges an Vorwissen noch mit einbringen. Im Großen und Ganzen haben wir aber den Rahmen für „Legacy Of The Dark Lands“ schon davor erstellt.</p>
<p><strong>ACHTUNG SPOILER ZUR GESCHICHTE!!!</strong><br />
Ich wusste ja, dass Nicolas ein dunkles Geheimnis umgibt; ich wusste nur noch nicht, welches das war. Ich hab dann meine eigenen Schlüsse und Weisheiten draus gezogen und an Markus weiter geleitet. Er hat dann daraufhin die vier Reiter der Apokalypse rausgepackt und Nicolas zum ersten Reiter gemacht. Der erste Reiter ist nämlich nicht definiert und das Thema der Apokalypse ist ja etwas, was jemand nicht wirklich will. Daher gibt es beim ersten Reiter sehr viel Interpretationsfreiheit, was man auch positiv deuten kann, z.B. als Messias oder Jesus Christus. <strong>SPOILER ENDE</strong></p>
<p><strong>Beim Durchlesen der Texte kam auch der heilige Gral wieder ins Spiel. So ganz konntest Du die Finger nicht von der Thematik lassen, oder?</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong> </span>Stimmt (lacht) `The Great Ordeal` unterscheidet sich atmosphärisch sehr von den anderen Stücken. An der Stelle brauchte ich aber die Templer. Ich konnte nicht im dreißigjährigem Krieg bleiben, ohne die Templer reinzubringen. Ich bin dann auf Recherche gegangen und habe herausgefunden, dass in Zeiten des dreißigjährigen Krieges ein Schreiben im Vatikan gefunden (und wieder verlegt) worden ist, dass die Templer von allen Anschuldigungen freigesprochen hat. Historisch, religiöser Kram quasi; ich habe dann die Nachfahren dieser Templer in die Geschichte eingebaut. Das musste ich dann irgendwann Markus gestehen, der die Templer nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Die haben aber im Laufe der Geschichte dann sehr gut reingepasst.</p>
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe title="BLIND GUARDIAN TWILIGHT ORCHESTRA - This Storm (OFFICIAL LYRIC VIDEO)" width="800" height="450" src="https://www.youtube.com/embed/dR_VJ-jJosI?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></div>
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<p><strong>Auch grafisch ist Euer Album sehr schön geworden. Insbesondere auf der Vinyl- und Earbook Edition kommen die Zeichnungen sehr gut zur Geltung.</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Ja, finde ich auch. Leider Gottes ist uns auch da die Zeit weggelaufen, sonst hätten wir mit Sicherheit noch mehr grafisch umgesetzt. Da wurde wirklich ein Hammer Job gemacht; alle Motive wirklich phantastisch!</p>
<p><strong>Der Comic dazu hat ja leider nicht mehr geklappt, wie es eigentlich geplant war.</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong> </span>Das wäre jetzt eine lange Geschichte, die mich viel Nerven gekostet hat. Da bin ich auch nicht ganz drüber weg, wobei wir beim Thema „Niederlagen“ wären. Aber die Geschichte ist auch noch nicht ganz zu den Akten gelegt, um es mal so kurz zu sagen.</p>
<p><strong>Ihr habt ja noch bei Euren Sessions zu „Nightfall In Middle Earth“ einiges an Material gehabt, was später veröffentlicht wurde. `Doom´ wurde beispielsweise als Bonustrack bei der „Beyond The Red Mirror“ verewigt und `The Tunes Of War` gab es limitiert auf einem Rock Hard Sampler. Wie schaut´s bei „Legacy Of The Dark Lands“ aus? Habt Ihr auch noch Material, was später veröffentlicht werden kann?</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Produktionstechnisch haben wir alles benutzt, was wir auch vorbereitet hatten. Aber in der Phase sind andere Songs entstanden, die wir noch nicht angepackt haben, was die Umsetzung mit dem Orchester angeht. Die sind in der Komposition fertig und könnten veröffentlicht werden, aber wir haben jetzt bereits nochmal zwei neue Nummern komponiert. Ich will mich da nicht festlegen, aber ich glaube, dass wir vielleicht in den nächsten 10 Jahren (lacht) ein neues Orchester Album veröffentlichen werden.</p>
<p><strong>Ihr habt ja auch noch ein reguläres Album in der Mache. Letzter Stand war, dass die Drumspuren noch eingespielt werden mussten und es dann veröffentlicht werden kann. Wann wird das ungefähr sein?</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong> </span>Wir haben bereits zwei Nummern mit dem Schlagzeug fertig. Wir werden voraussichtlich März oder April 2020 in die Produktion gehen und nochmals alles überarbeiten. Die Idee ist im März zu veröffentlichen und dann wieder auf Tour zu gehen.</p>
<p><strong>Wie schaut es mit einer Live-Umsetzung des Orchester Albums aus? Gibt es da bereits Pläne oder ist es überhaupt realistisch für Euch?</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Das ist sehr realistisch, aber braucht natürlich seine Zeit, bis wir das reguläre Album fertiggestellt und dann auf Tour gewesen sind. Ob es eine klassische Konzerthalle oder eine „normale“ Konzerthalle werden wird, kann ich noch nicht sagen. Es hängt davon ab, mit wem wir zusammen arbeiten und wer mit der intelligentesten Idee um die Ecke kommt. Praktischer und einfacher umsetzbar ist die Once-In-A-Lifetime Nummer, wo man eine Uraufführung macht und sich überlegt, ob man sowas überhaupt noch einmal macht. Gib uns circa ein halbes Jahr Zeit, dann müssen wir eh an die Öffentlichkeit und sagen, wie es ablaufen wird. Es wird aber passieren.</p>
<p><strong>Ihr seid mittlerweile seit über 30 Jahren im Geschäft. Könntet Ihr Euch vorstellen, einmal eine BLIND GUARDIAN Biographie zu veröffentlichen?</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Wir sind zumindest an einer Bandbiographie seit Jahren dran und werden seit Jahren in regelmäßigen Abständen mit Anfragen malträtiert. Derjenige, der jetzt an der Bandbiographie schreibt, ist recht nah an BLIND GUARDIAN dran, das wäre dann schon einmal eine von uns autorisierte Biographie.</p>
<p><strong>Danke für das Gespräch! Da Ihr in der Band große Kuchenfans seid, wünschen wir Euch ein schönes Wochenende und einen leckeren Kuchen. Alles Gute für BLIND GUARDIAN!</strong></p>
<p><span style="color: #808000;"><strong>Hansi:</strong></span> Dankeschön und Euch auch einen schönen Kuchen (lacht).</p>
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<p><span style="color: #800000;"><strong>/Sebastian Radu Groß</strong><span style="color: #000000;"> (Chefredakteur des NIC &#8211; NordMensch in Concerts Online Magazine)</span></span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/blind-guardian-im-gespraech-mit-hansi-kuersch-zum-orchester-album-interview">BLIND GUARDIAN &#8211; Im Gespräch mit Hansi Kürsch zum Orchester Album (Interview)</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
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		<title>BLIND GUARDIAN &#8211; &#8222;LEGACY OF THE DARK LANDS&#8220;</title>
		<link>https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/blind-guardian-legacy-of-the-dark-lands</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Radu Groß]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Nov 2019 07:59:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CD Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[BLIND GUARDIAN]]></category>
		<category><![CDATA[DIE ZWERGE]]></category>
		<category><![CDATA[FANTASY]]></category>
		<category><![CDATA[HERR DER RINGE]]></category>
		<category><![CDATA[ICED EARTH]]></category>
		<category><![CDATA[MARKUS HEITZ]]></category>
		<category><![CDATA[NIGHTFALL IN MIDDLE EARTH]]></category>
		<category><![CDATA[Power Metal]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Kann ein Klassik Album funktionieren? Das Konzept Rock/Metal mit einem Orchester zu kombinieren ist nicht neu. Waltari, Metallica und andere</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/blind-guardian-legacy-of-the-dark-lands">BLIND GUARDIAN &#8211; &#8222;LEGACY OF THE DARK LANDS&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Kann ein Klassik Album funktionieren? Das Konzept Rock/Metal mit einem Orchester zu kombinieren ist nicht neu. Waltari, Metallica und andere taten es bereits vorher und zeigten, dass es funktionieren kann. Ganze 20 Jahre brüteten <span style="color: #800000;"><a style="color: #800000;" href="https://www.blind-guardian.com/"><strong>BLIND GUARDIAN</strong> </a></span>über ihr Orchester Album. Immer wieder schimmerte die Ankündigung zwischen den letzten Veröffentlichungen hindurch, aber es gab nichts Konkretes. Tatsächlich beeinflusste die Entstehung von „Legacy Of The Dark Lands“ die Bandentwicklung bereits seit 2002, ohne die es Songs wie beispielsweise `And Then There Was Silence` nicht gegeben hätte. Die orchestralen Elemente hielten immer mehr Einzug im Songwriting und rangen mit den ehemals legendären Speed Metal Attacken um die Vorherrschaft, was nicht immer leicht für die Fans war. Letzten Endes gehen die Krefelder Barden ihren Weg unbeirrt von jeglicher Erwartungshaltung weiter und lassen mit ihrem aktuellen Album (endlich) die Katze aus dem Sack.</p>
<p>Das Intro `1618 Ouverture` fließt herrlich atmosphärisch aus den Boxen und lässt ansatzweise erahnen, was da auf einen zurollt. Mutig schiebt man die Textpassage `The Gathering` hinterher, ehe mit `War Feeds War` das erste „richtige“ Stück beginnt. Bereits die ersten Klänge katapultieren in eine riesige Konzerthalle und gleichzeitig in eine Parallelwelt, dessen Soundtrack den Hörer liebevoll durch Gänsehautpassagen und epische Momente führt. Hansis Stimme ist hier klar die Orientierung für die Fans und das Songwriting holt mich auch ohne Gitarren direkt da ab, wo ich als Guardian Fan stehe. Bedrohliche und versöhnliche Momente wechseln sich in dem Stück gleichermaßen ab und hinterlassen ein Gefühl der Hoffnung inmitten eines Schlachtfeldes der verlorenen Seelen. Für die ersten Klänge von `Dark Cloud´s Rising` hätte Peter Jackson sich beim Herr der Ringe Soundtrack die Finger geleckt, ehe der Refrain in das so geliebte Guardian (Gänsehaut) Feeling mündet. „What The future holds, the star may know“ erschallt es aus den Boxen, und man hat spätestens jetzt die Außenwelt komplett ausgeblendet und staunt ehrfürchtig, wie zielsicher man hier mit den orchestralen Elementen durch das Songwriting führt.</p>
<p>Der Eindruck verstärkt sich im Laufe des gesamten Albums und hat noch sehr viel zu bieten; mit einem Durchlauf ist es nicht getan und man möchte sich am liebsten mit dem Album längere Zeit einkerkern, um es in aller Ruhe in seiner ganzen Schönheit zu erkunden. Der fröhliche Beginn von `The Great Ordeal`catcht direkt und steigert sich herrlich, um in seiner gesamten Pracht verschiedene Facetten in die Hirnrinde zu schmieden. Das finstere `In The Red Dwarf´s Tower`besticht unter anderem mit seinen Chören, während `Point Of No Return`sämtliche Synapsen zum Schmelzen bringt. Mal im ernst, wenn die Krefelder auch nur ansatzweise so viel Spaß beim Schreiben dieses Songs hatten, wie ich beim Hören, kann ich die letzten 20 Jahre sehr gut verstehen.`Nephilim` marschiert stolz aus den Boxen, während `Harvester Of Souls` eher der finstere Geselle ist. Obwohl `Conquest Is Over`lediglich ein Intermezzo ist, wirft es mich als Rollenspieler mit seinen elegischen Klängen atmosphärisch in die Spielwelt von Dark Souls und beweist, das bereits der minimale Einsatz von Instrumenten, das Maximum raus kitzeln kann.`This Storm` wurde bereits im Vorfeld als Lyric Video veröffentlicht und zum Ende des Albums wartet man mit einer Überraschung auf; statt es im opulenten Orchester Sound zu ersticken, hat man sich für eine ruhigere und doch fordernde Variante entschieden; `Beyond The Wall` wird mit Hansis eher untypischen, tieferen Vocals eingeleitet und besticht vor allem durch seine Chöre. Es ist eine andere Art ein Album zu beenden, die mir sehr gut gefällt, weil man etwas bekommt, was man nicht erwartet hat und sich gleichzeitig sehr darüber freut.</p>
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe title="Blind Guardian’s Twilight Orchestra - This Storm (OFFICIAL LYRIC VIDEO)" width="800" height="450" src="https://www.youtube.com/embed/VsXWXh8neNo?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></div>
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<p>Bereits die ersten Infohäppchen und Videos ließen erahnen, dass es teilweise ein Heimspiel wird, denn das Album ist sowohl Hörbuch, als auch Musikalbum. Der erste Eindruck, dass es sich um „Nightfall in Middle Earth 2.0 in der Orchester Version“ handelt, wird schnell bestätigt. Die Original Sprecher nochmal ans Mikro zu holen lässt einen schnell heimisch fühlen und harmoniert perfekt in Sachen Atmosphäre. Thematisch knüpft man an „Die Dunklen Lande“ von Markus Heitz an, den Fantasy Fans bereits sehr gut kennen dürften. Befürchtungen, dass BLIND GUARDIAN ohne Gitarren nicht funktionieren, werden bereits nach wenigen Minuten verstreut. Man hat in den letzten Jahren in Sachen Erfahrungen und größenwahnsinnige Alben einiges angesammelt und schafft es mühelos, den Hörer da abzuholen, wo er seit den ersten Klängen dieser Band steht; die Songs treffen stellenweise unvorbereitet mit einer Gänsehaut ins Schwarze und begleiten konstant durch sämtliche Klanggefilden die es braucht, um zu fesseln. Das Soundtrack Feeling ist allgegenwärtig und wer Angst davor hatte, es mit einem reinen Klassik Album zu tun zu bekommen, wird schnell Entwarnung geben können. Jedes Wort über die Produktion erübrigt sich hier im Ansatz, denn die Wächter sind nicht nur mit dem gewohnten Perfektionismus, sondern auch mit sehr viel Liebe zum Detail an das Album herangetreten. Natürlich könnte ich jetzt mit Adjektiven wie „episch“, „bombastisch“ und „unglaublich“ um mich schmeißen, aber wenn man die Truppe kennt und sich vorstellt, was sie in 20 Jahren auf die Beine stellen können, erübrigt sich jedes weitere Wort.</p>
<p>Im Promotext wird davon gesprochen, dass Rom nicht an einem Tag erbaut worden ist und das Tolkien seine Fans auch lange hat warten lassen, ehe sein „Herr der Ringe“ Epos fertig war. Mit „Legacy Of The Dark Lands“ haben BLIND GUARDIAN ihr Rom erbaut und ihren „Herr der Ringe“ erschaffen. Diese Aussage trifft den Nagel auf den Kopf. Tatsächlich liebe ich diese Band seit der ersten Stunde und hatte mit dem einen oder anderen Album so meine Probleme um rein zu kommen. „Legacy Of The Dark Lands“schafft das, was andere Alben bei mir versuchen und packt mich von der ersten, bis zur letzten Sekunde und offenbart den Kern dieser Band. BLIND GUARDIAN sind nicht (nur) Gitarren, sondern jenes Gefühl, das sie seit den ersten Klängen der „Battalians Of Fear“ sind: Eine Band, die es schafft, Geschichten so atmosphärisch zu vertonen, dass ich nicht genug davon kriegen kann!</p>
<p>Klar kann man als Kritiker hier auch jedes Detail auseinanderpflücken und Schwachstellen suchen, aber die Wucht, die Vielfältigkeit und die unfassbar greifbare Atmosphäre beschäftigen mich viel zu sehr, als dass ich einen Grund zum Meckern suchen möchte. Ich bin mir sicher, dass dieses Album mich noch sehr lange Zeit beschäftigen wird; Fakt ist, dass sich BLIND GUARDIAN damit ihr eigenes Denkmal gesetzt haben und ich mich jetzt schon darauf freue, dieses Kunstwerk mit dem Twilight Orchester live zu erleben.</p>
<p><strong>10 von 10 Punkten</strong></p>
<p><span style="color: #800000;">/Radu</span></p>
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<p>Folgende 3 Tipps sollte man beherzigen, um sich die Wirkung des Albums in seiner ganzen Bandbreite zu gönnen:</p>
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<ol>
<li>Das Album beim ersten Durchlauf alleine und über Kopfhörer durchhören (wenn man sich die Zeit für die Musik nimmt, wird man mit einem epischen Trip belohnt).</li>
<li>Das Buch „Die Dunklen Lande“ von Markus Heitz lesen.</li>
<li>Nach einigen Durchläufen die BLIND GUARDIAN Diskographie ab der „A Night At The Opera“ nochmals anhören. Das gibt nicht nur ein tieferes Verständnis für die Band und deren musikalische Entwicklung der letzten 20 Jahre, sondern versöhnt auch einige Fans, die mit den (teils sehr opulenten) Werken nach der „Nightfall“ ihre Schwierigkeiten hatten.</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/blind-guardian-legacy-of-the-dark-lands">BLIND GUARDIAN &#8211; &#8222;LEGACY OF THE DARK LANDS&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
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