<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>DAN SWANÖ Archive - Nordmensch-in-Concerts</title>
	<atom:link href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/tag/dan-swanoe/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/tag/dan-swanoe</link>
	<description>Dein Mag für mehr LIVE &#38; SZENE!</description>
	<lastBuildDate>Wed, 27 May 2026 15:49:31 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1</generator>

<image>
	<url>https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/cropped-NIC_MUSIC_ONLINE_MAGAZINE_LOGO_2024-1.png?fit=32%2C32&#038;ssl=1</url>
	<title>DAN SWANÖ Archive - Nordmensch-in-Concerts</title>
	<link>https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/tag/dan-swanoe</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">199874177</site>	<item>
		<title>Alben, die unser Leben verändert haben (Part III)</title>
		<link>https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/alben-die-unser-leben-veraendert-haben-part-iii</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Radu Groß]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2026 15:47:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Specials]]></category>
		<category><![CDATA[BLIND GUARDIAN]]></category>
		<category><![CDATA[DAN SWANÖ]]></category>
		<category><![CDATA[EDGE OF SANNITY]]></category>
		<category><![CDATA[KATATONIA]]></category>
		<category><![CDATA[NIGHTINGALE]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/?p=34012</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Jeder, der Musik fühlt, kennt es; da ist dieser eine Song, der dich eiskalt erwischt, völlig überraschend eine Gänsehaut beschert</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/alben-die-unser-leben-veraendert-haben-part-iii">Alben, die unser Leben verändert haben (Part III)</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p><span style="color: #003366;">Jeder, der Musik fühlt, kennt es; da ist dieser eine Song, der dich eiskalt erwischt, völlig überraschend eine Gänsehaut beschert und etwas in dir erweckt, von dem du nicht einmal wusstest, dass es das gibt. Du wirst süchtig nach dem Song, hörst das komplette Album und schließt es direkt in dein Herz.</span><br />
<span style="color: #003366;">Genau um diese Alben soll es in unserem Special gehen, denn auch wenn wir gemeinsam mit den Alben altern, so bleiben die Erinnerungen daran ewig jung. René , Olivia und Radu erzählen euch Geschichten, welche Alben ihre Welt komplett auf den Kopf gestellt haben. Vorhang auf für unsere persönliche Reise durch das Leben und die Musik.</span></p>
<p><span style="color: #003366;">Zum Abschlus der Reihe, heißt euch Radu willkommen in seinem Kopf und seiner Gefühlswelt.</span></p>
<p><strong>Nightingale – „The Breathing Shadow“</strong></p>
<p>Manche Alben haben einen direkten Einfluss auf eine Situation, die man nie vergisst. Andere kehren an einem Punkt des Lebens zurück, um genau im richtigen Moment die notwendige Kraft zu geben. Dies ist die Geschichte von Nightingale und dem Erstling „Breathing Shadow“</p>
<p><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-34020" src="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201705.jpg?resize=300%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="300" height="300" srcset="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201705.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201705.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201705.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201705.jpg?resize=768%2C769&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201705.jpg?w=1079&amp;ssl=1 1079w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Wir schreiben das Jahr 1995. Mein 18jähriges Ich spaziert durch die Innenstadt von Dortmund an einem kalten Wintertag. Es ist bereits dunkel und ich habe nicht mehr viel Zeit, um meinen Zug zu bekommen. Deshalb „nur mal eben kurz“ in meinen Stammplattenladen <span style="color: #003366;"><a style="color: #003366;" href="https://shop.idiotsrecords.com/index.php"><span style="color: #003366;">I</span>diots Records</a></span> reingehüpft, um noch mal kurz ein wenig zu Plaudern und in den CD-Regalen stöbern. Nach wenigem Wühlen erregt ein Cover meine Aufmerksamkeit; drei rote Totenköpfe und ein verschnörkelter Schriftzug? Sieht stark nach Gothic Metal aus und könnte definitiv etwas für mich sein. Aus Neugierde aus dem Regal gezogen und zur Theke gebracht, um mal reinzuhören. Tückisch schleicht sich die Gitarre an das Ohr heran, ehe das Riff sich direkt ins Gehirn schießt und in meinem Kopf eine epische Landschaft explodieren lässt. Die Gänsehaut kommt sofort und bereits nach wenigen Sekunden spüre ich, dass ich hier eine ganz besondere Scheibe in den Händen halte. Aus Gewohnheit lese ich mir im Booklet die Infos durch, in der Hoffnung, dass mein Lieblingsmusiker Dan Swanö vielleicht bei der Produktion mitgewirkt hat (zur damaligen Zeit habe ich jede noch so kleine Produktion und jedes Bandprojekt von Dan Swanö fanatisch gesammelt und geliebt). Beinahe fällt mir das Booklet aus der Hand, als ich erkenne, dass dieses Album von ihm im Alleingang geschrieben, aufgenommen und produziert wurde. Als dann die ersten Gesangslinien von „Nightfall Overture“ über mich hereinbrechen, ist es endgültig um mich geschehen. Ich kannte seine Musk bereits von Edge of Sanity und einigen Side Projekten, aber ein ganzes Album mit seiner cleanen Stimme zu hören war für mich der absolute Hauptgewinn! Ein kurzer Blick auf die Uhr und die Gewissheit, dass ich mich beeilen muss, um den Zug zu bekommen. Ich glaube, ich habe insgesamt nur zwei Minuten in das Album reingehört, ehe ich Hannes meine letzten 15 Mark auf den Tresen warf und wie ein Marathonläufer zum Bahnhof eilte. Den Zug bekam ich gerade noch rechtzeitig und so starrte ich apathisch  auf das Cover und stellte mir vor, welche Großtat Dan Swanö wohl auf diesen CD-Rohling gepresst hatte (damals konnte man noch nicht streamen und brauchte einen CD-Player, um die Musik hören zu können). Zuhause angekommen wurde die „Breathing Shadow“ eingelegt und seitdem ist sie fester Bestandteil meines Lebens. „Nightfall Overture“ kann mich bis heute noch aus dem tiefsten mentalen Loch innerhalb weniger Sekunden rausboxen, während „The Dreamreader“ mir instant gute Laune verschafft. „A Lesson in Evil“ ist quasi der Soundtrack zu meinem Lebensstil; dunkel, melodisch und doch mit einem leichten Augenzwinkern von Humor beschert mir diese Gothic Nummer bis heute ein Dauergrinsen im Gesicht (besonders die Gesangslinie!). Besonders hat mich die Atmosphäre und das Ende der Geschichte mit „An Eye for an Eye“ gepackt, an dessen Ende ich mich damals so sehr erschrocken hatte, dass ich mich fast eingeschissen hätte. Das Album hat mich durch verschiedene Kapitel meines Lebens begleitet; erste Freundin, Stress in der Schule, meine Ausbildung, meine Arbeit und auch beim Gründen einer Familie und im täglichen Familienwahnsinn.</p>
<p>So weit so schön und die Geschichte könnte auserzählt sein. Wäre da nicht jener Moment, in dem das Album mir in allerhöchster Not beigestanden hätte. Wir machen einen Zeitsprung ins Jahr 2025. Mittlerweile bin ich 48 Jahre alt und mit meiner Familie im wohlverdienten Urlaub. Die vergangenen acht Monate waren für uns alle sehr belastend und hatten uns stellenweise über unsere mentale Grenze hinaus gefordert. Umso erfreulicher, dass endlich Ruhe einkehrt und wir unseren Urlaub im Schwarzwald genießen können. Plötzlich klingelt mein Handy und ich sehe mein Patenkind, das mir unter Tränen mitteilt, dass sein Vater gestorben ist. Wir waren 42 Jahre eng befreundet und haben alle Kapitel unseres Lebens gemeinsam erlebt: wir hatten die Schulbank gedrückt, Familien gegründet, gemeinsam Urlaub gemacht und viele Abenteuer erlebt. Der Verlust kam plötzlich und erwischte mich eiskalt. Am Tag der Beerdigung war es mir wichtig einige Worte über ihn zu sagen. Doch was sagt man in einer Situation, in der man selbst komplett am Boden ist? Kurz vor der Beerdigung kam der Postbote, um mir meine Bestellung von<span style="color: #003366;"> <a style="color: #003366;" href="https://swanomerch.myshopify.com/">Swanömerch</a></span> zu bringen. Mit dabei: die „Breathing Shadow“ als Remasterte Version. Ich versuchte mich durch die Musik aufs Schreiben der Grabrede zu konzentrieren, aber es gelang mir nicht. Obwohl der Sound des Albums gut war, so verband ich doch zu viele andere Erinnerungen damit. Auf der 2. CD waren alternative Mixe vorhanden und bei der Piano Version von „The Dreamreader“ wurde in mir ein Schalter umgelegt: eine altbekannte Gänsehaut im neuen Gewand überkam mich und der Text floss nur so aus mir heraus. Am Tag der Beerdigung selbst war ich ein völlig zerstörtes Nervenwrack, konnte aber die Worte, die mir wichtig waren, sprechen und mich von meinem Freund verabschieden.</p>
<p>Ich könnte an dieser Stelle meine Freude über die erstmalige Veröffentlichung der „Breathing Shadow“ auf rotem Vinyl beschreiben. Auch könnte ich die neuen Remixe von Gänsehautsongs wie „Nightfall Overture“, „Sleep…“ und „Recovery Opus“ in den Himmel loben. Schließlich beleuchten sie das Album aus einem anderen Blickwinkel und verleihen ihm dadurch noch mehr Intensität und einen tieferen Einblick, in die unterschiedlichen Facetten, die Dan Swanö (scheinbar mühelos) beherrscht. Auch die live Tracks sind eine schöne Ergänzung, während die Demos mich mit ihren Medleys und der alternativen Version von „A Lesson in Evil“ sehr glücklich gemacht haben. Objektiv betrachtet bietet das Album ein episches Update zu einem meiner Lieblingsalben, die Dan Swanö 1995 im Alleingang(!) abgeliefert hat. Subjektiv betrachtet hat mich das Album seit seiner Veröffentlichung mein Leben lang begleitet und allein die ersten Sekunden von „Nightfall Overture“ bescheren mir jederzeit eine Gänsehaut. Die Wiederveröffentlichung und die remasterte Version haben mich in einer meiner dunkelsten Stunden meines Lebens gerettet, wofür ich Dan Swanö auf ewig dankbar sein werde. Ich denke, dass genau solche Gefühle, die man mit der Musik verbindet, das ist, was ein Album zu etwas Besonderem macht.</p>
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe title="Nightfall Overture (Remaster 2025)" width="800" height="600" src="https://www.youtube.com/embed/dR_t8i2TkYM?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p><strong>Blind Guardian- “Imaginations from the other Side”</strong></p>
<p>Über meine Liebe zu Blind Guardian zu Schreiben ist ungefähr so, als würde man jemandem sagen, er dürfte in seiner Lieblingskneipe nur ein Bier trinken und nur ein Lied hören. Ich könnte hier viele Geschichten erzählen und noch mehr Seiten füllen, warum die Alben von Blind Guardian Stammgast bei mir sind. Aber hier beschränke ich mich auf eine Anekdote, die mich gleichzeitig quält und glücklich macht.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-34022" src="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201701.jpg?resize=300%2C219&#038;ssl=1" alt="" width="300" height="219" srcset="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201701-scaled.jpg?resize=300%2C219&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201701-scaled.jpg?resize=1024%2C749&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201701-scaled.jpg?resize=768%2C562&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201701-scaled.jpg?resize=1536%2C1123&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201701-scaled.jpg?resize=2048%2C1498&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201701-scaled.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201701-scaled.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Vor dem Release des Albums, wurde die Maxi zu „A Past and Future Secret“ veröffentlicht. Für alle, die nicht wissen, was eine Maxi ist (Achtung, der Opa erzählt): es war eine CD, wo der Song in 2 Versionen vorhanden war, zusätzlich der Titelsong des neuen Albums („Imaginations from the other Side“) und die Coverversion von Uriah Heep´s „The Wizard“, die später auch auf dem „Forgotten Tales“ Album gelandet ist. Ich fieberte dem Release des Albums entgegen, und als ich es endlich in den Händen hielt, war ich hin und weg; allein der Titeltrack hat die epische Tragweite eines orchestralen Songwritings mit den knackigen Riffs einer Band gepaart, die in ihren Anfangstagen dem Speed Metal mit vollem Herzblut gehuldigt haben. Diese Blaupause sollte sich auch musikalisch durch das gesamte Album ziehen; so knüppelt man sich in bester Old School Manier durch „I´m alive“, während Hansis Gesang sich gerade in den langsamen Passagen in den Gehörgängen sanft entfaltet. Das balladeske „A Past and Future Secret“ wird nicht umsonst von den Fans bei Konzerten gerne mitgesungen, denn es ist wie ein Leuchtfeuer, das inmitten einer dunklen Welt zur Rast einlädt, wo man Kraft für einen Neubeginn tanken kann. Man möge mir denjenigen zeigen, der den Refrain von „The Script for my Requiem“ hören kann, ohne ihn automatisch mitzusingen. Denn genau das war zu dieser Zeit die große Stärke von Blind Guardian: Songs zu erschaffen, die hart und gleichzeitig episch sind, unter die Hau t gehen und deren Refrain einfach nur süchtig macht. Die Gesangsqualitäten von Hansi haben auf diesem Album merklich zugelegt, was man bei „Mordred´s Song“ sehr gut raushören kann, während man bei „Born in a Mourning Hall“ das Gaspedal durchdrückt, ohne den Blick für herausstechende Hooks zu verlieren. „Bright Eyes“ steigert sich einfach herrlich vom schüchternen Anfang zum grandiosen Song, während „Another Holy War“ in mir unzählige D&amp;D Abende vor meinem inneren Auge vorbeiziehen lässt (natürlich mit epischen Schlachten). Wie könnte man ein Album besser beenden als mit „And the story ends“? Der Rausschmeißer ist charmant und gleichzeitig endgültig und hätten Blind Guardian an diesem Punkt ihrer Karriere aufgehört, so wäre das Album definitiv das Opus Magnum ihrer Karriere geblieben. Das Coverartwork zählt meiner Meinung nach zu den besten, was die Zunft zu bieten hat und so ist es für mich ein rundum perfektes Album geworden.</p>
<p>Ja und was ist jetzt mit meiner Anekdote? Als ich das Album erstmals gehört habe, war ich hin und weg. Dann kam die freudige Nachricht: Blind Guardian gehen auf Tour! Ich hatte sie noch nie live gesehen , weil ich eher menschenscheu bin, aber diese Gelegenheit durfte ich mir nicht entgehen lassen! Also Karte gekauft und die Tage bis zum Konzert gezählt. 2 Wochen vor dem Konzert wurden bei uns in der Schule die Termine für die Abiturklausuren bekannt gegeben. Ich hatte sehr damit zu kämpfen, weil ich in Naturwissenschaften, Mathe und Chemie ein intellektueller Totalausfall war. Und wie es der Zufall (oder das Schicksal?) wollte, so fand meine Prüfung einen Tag nach dem Konzert um 8 Uhr morgens statt! Mir war klar, dass ich mich zwischen Prüfung bzw. Schulabschluss und Konzert entscheiden musste und so wählte ich verantwortungsbewusst, die Schule, während ich mich gleichzeitig sehr dafür hasste. Ich verkaufte meine Karte an meinen besten Kumpel und weinte noch viele Jahre später über diese verpasste Chance. Allerdings hatte das Schicksal Pläne mit uns; mein Kumpel, dem ich die Karte verkaufte, lernte dadurch meinen anderen Kumpel (mit dem ich dort hingefahren wäre) kennen und sie verstanden sich prächtig. Daraus ist eine Freundschaft, eine (sehr kurzweilige) Band und später eine Clique entstanden, die uns durch unsere jungen Erwachsenenjahre lange Zeit begleiten sollte. Auch heute erzählt mir mein Kumpel mit strahlenden Augen und einem breiten Grinsen von dem Konzert, das ich verpasst hatte. Mein Magic Moment sollte jedoch noch bis zum Jahr 2002 auf sich warten lassen, denn da sah ich Blind Guardian zum ersten Mal in der Phillipshalle in Düsseldorf. Sie hatten gerade die „A Night in the Opera“ rausgebracht und die anwesende Meute war bis zum Anschlag motiviert, einen schönen Abend zu haben. Der Gig verlief gut und die Stimmung war aufgeheizt, als der magische Moment kam, den ich mein Leben lang nicht vergessen sollte. „Jetzt haben wir und ihr uns eine Ruhepause verdient“ kam als Ansage von Hansi gefolgt von einigen Pfiffen. „Magic Moments kann man bekanntlich nicht wiederholen. Gebt euch alle Mühe; hier kommt „The Bard´s Song“!“ Alleine bei der Ankündigung war es, als würden alle Dämme brechen und eine unzähmbare Energie die gesamte Halle überrollen. Die ersten Klänge der Akusitkgitarre gingen fast im Klatschen der Fans unter, ehe Hansi mit „Now you all know“ ansetzte. Der Rest wurde fast im Alleingang von der gesamten Halle mit einer Leidenschaft und Innbrunst mitgesungen, dass mir die Erinnerung daran heute noch Freudentränen in die Augen treibt. Mittendrin zu stehen, Teil von etwas Großem zu sein und selbst alle Kraft in den Song zu legen war das Gefühl, das man beschreiben kann. In diesem Moment wurden alle anderen Gesetze außer Kraft gesetzt; keine Gedanken, keine Probleme, keine Unterscheide zwischen den Menschen; ausschließlich die Musik und der Moment, der alle vereint. Genau das ist der magische Moment, an dem Musik verbindet und etwas für seine persönliche Ewigkeit erschaffen wird, das noch viele Jahre lang nachhallen wird. Anscheinend war ich nicht der einzige, dem es so ging, denn nachdem der Song beendet war, entlud sich sämtliche Euphorie auf die Band, die sprachlos auf der Bühne stand und (trotz aller Professionalität) in dem Moment nicht wusste, was sie machen sollte. Hansi setzte mehrfach zur Ansage an, wurde jedoch mit frenetischen „Guardian“ Rufen überschüttet. Insgesamt dürfte das Konzert ca. 15 Minuten unterbrochen worden sein (wie es im Interview von der Bonus Disc der Special Edition von „A Twist in a Myth“ beschrieben wurde), ehe es weiterging. Diesen magischen Moment kann man übrigens auch auf dem Livealbum „Live“ von Blind Guardian hören. Da geht der Song ca. 8 Minuten (inklusive Pubkikumsausraster). Auch die anderen Gassenhauer wurden zelebriert und das Konzert war nicht nur rund, sondern der perfekte Abend, von dem ich heute noch sehr zehre.</p>
<p>Die „Imaginations from the Other Side” erinnert mich deshalb immer daran, dass verpasste Chancen manchmal auch Möglichkeiten sind, bei der das Leben andere Wege geht. Dadurch habe ich eine lebenslange Freundschaft mit meinem besten Kumpel am Start, tonnenweise Erinnerungen an eine schöne Zeit und ein Konzert, von dem ich noch meinen Kindern erzählen werde.</p>
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe loading="lazy" title="BLIND GUARDIAN - The Bard&amp;apos;s Song (OFFICIAL MUSIC VIDEO)" width="800" height="600" src="https://www.youtube.com/embed/n63UbX5kzAc?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p><strong>Katatonia- Dance of December Souls </strong></p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-34023" src="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201708.jpg?resize=295%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="295" height="300" srcset="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201708.jpg?resize=295%2C300&amp;ssl=1 295w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201708.jpg?resize=1006%2C1024&amp;ssl=1 1006w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201708.jpg?resize=768%2C782&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2026/04/1000201708.jpg?w=1080&amp;ssl=1 1080w" sizes="auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px" />Lange Zeit dachte ich, dass es das (für mich) perfekte Album nicht gibt. Allerdings ist mein 15-Jähriges Ich mit einem Album konfrontiert worden, das mir im Laufe meines Lebens das Gegenteil bewiesen hat. Damals hatte ich in der Schule große Probleme in den Fächern Mathe und Latein. Nachdem ich bereits 2 Nachhilfelehrer verheizt hatte, versuchte ein Dritter sein Glück. Er war selbst Schüler und wollte sich etwas Geld dazu verdienen. Als ich zum ersten Mal bei ihm war, staunte ich über sein großes Zimmer, das er im Keller hatte. Ein Keyboard und eine Gitarre waren ebenfalls da und eine riesige Wand mit CDs. Wir versuchten zu lernen, aber ich war viel zu abgelenkt von seinen Alben und ehe wir uns versahen, lernte ich nicht Mathe oder Latein, sondern viele neue Bands kennen. Es wurde quasi zur Tradition, dass wir uns bei ihm im Keller trafen, quatschten und er mir viele neue Bands vorstellte. Durch ihn habe ich My Dying Bride und Anathema kennen (und lieben) gelernt. Aber auch alternative Bands wie Deine Lakaien und Goethes Erben wurden zelebriert und fleißig zu Biohazard gemosht. Eines abends warf er ein Album in den CD-Schacht mit den Worten „Das könnte dir auch gefallen“. Ein lauter Schrei schallte aus den Boxen, der mich bis ins Mark erschütterte, ehe doomige Drums von einem epischen Gitarrenriff begleitet wurden, das mir innerhalb eines Herzschlags die komplette Gefühlswelt umkrempelte. Wie in Trance lauschte ich jeder Sekunde des Songs, der simpel nachvollziehbar und gleichzeitig unfassbar atmosphärisch war. Die Gitarrenlinie schlängelte sich diabolisch durch meine Gehörgänge, ehe es im Midtempo in den Refrain ging. Eine langsame Passage läutete das Ende ein, das jedoch nur ein melancholisches Intermezzo sein sollte, ehe sich „Without God“ erneut bedrohlich aufbäumte und mich endgültig in seinen Malstrom runterspülte. An diesem Tag war ich Katatonia komplett verfallen und hörte diesen einen Song gefühlte 100-mal, ohne dass er auch nur ansatzweise langweilig wurde. Irgendwann war ich neugierig und begann das komplette Album in einem Rutsch durchzuhören und damit war endgültig klar, welches Album ich mit ins Grab nehmen würde. Packende Riffs, melancholische Intermezzos, garstige Stimme und intensive Atmosphäre; dieses Album hatte alles, wovon ich jemals geträumt hatte, und war obendrein von meinem Lieblingsmusiker Dan Swanö produziert worden! Jede Sekunde der Dezemberseelen ist schlichtweg ein Genuss für mich. Der Opener „Seven Dreaming Souls“ erschallte auch diverse Male im Sprit in Dortmund und lud zum Tanz ein, ehe „Gateways of Bereavement“ sich aus den Boxen entlud und mich eher menschenscheuen Nerd hemmungslos auf der Tanzfläche ausrasten ließ. Auch heute noch spiele ich gerne meine (leicht abgeänderte) Version von „Without God“ auf der Gitarre nach, improvisiere auf der Gitarre zu „Velvet Thorns (of Drynwhil)“ oder tauche in tiefe Gedankenwelten mit „In Silence Enshrined“ hinab. Die Akustikpassage von „Tomb of Insomnia“ ist für mich bis heute eine der besten Momente, die ich jemals mit Musik erleben durfte, während der Rausschmeißer „Dancing December“ sogar ganz schüchtern den Klargesang andeutet, der erst Jahre später zu Katatonias Markenzeichen werden sollte.</p>
<p>Ich durfte einige Male mit Jonas und Anders von Katatonia plaudern und habe sie auch live oft gesehen. Mittlerweile haben sie musikalisch einen Weg eingeschlagen, der mir zu progressiv geworden ist, und den ich zwar schätze, aber bei weitem nicht so sehr liebe, wie die alten scheiben. Auch die Phase ab der „Discouraged Ones“ bis zur „Dead End Kings“ mochte ich sehr, weil Jonas´klare Stimme schlichtweg genial ist. Danach wurde es verschachtelter und schwieriger für mich, oder ich habe mich nicht intensiv genug fallen lassen können. Fakt ist, dass mich die „Dance of December Souls“ in seiner zeitlosen Traumlandschaft festhält, aus der ich niemals freiwillig erwachen möchte. Dies ist eine der wenigen Konstanten in meinem Leben, die mich auf Knopfdruck glücklich machen kann und das ist ein wertvolles Geschenk der Musik, das ich mehr las zu schätzen weiß.</p>
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe loading="lazy" title="Without God" width="800" height="600" src="https://www.youtube.com/embed/xXCklLhCtkk?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/alben-die-unser-leben-veraendert-haben-part-iii">Alben, die unser Leben verändert haben (Part III)</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">34012</post-id>	</item>
		<item>
		<title>EDGE OF SANITY &#8211; &#8222;Nothing But Death Remains&#8220; (Review)</title>
		<link>https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/edge-of-sanity-nothing-but-death-remains-review</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Radu Groß]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Aug 2024 20:09:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CD Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[Benediction]]></category>
		<category><![CDATA[DAN SWANÖ]]></category>
		<category><![CDATA[DEATH METAL]]></category>
		<category><![CDATA[EDGE OF SANITY]]></category>
		<category><![CDATA[Hypocrisy]]></category>
		<category><![CDATA[NIGHTINGALE]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/?p=29920</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Es rumpelt gar übel auf schwedischem Boden. Kein Wunder, denn Anfang der 90er Jahre dominieren Bands wie Hypocrisy, Entombed und</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/edge-of-sanity-nothing-but-death-remains-review">EDGE OF SANITY &#8211; &#8222;Nothing But Death Remains&#8220; (Review)</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Es rumpelt gar übel auf schwedischem Boden. Kein Wunder, denn Anfang der 90er Jahre dominieren Bands wie Hypocrisy, Entombed und Dismember die aufkeimende (Death-) Metalszene. Ein junger <strong><span style="color: #003366;"><a style="color: #003366;" href="https://www.danswano.com/">Dan Swanö</a></span></strong>, der sowohl eine Schwäche für Marillion als auch für Death Metal hat, tut sich mit Gleichgesinnten zusammen und gründet <span style="color: #003366;"><strong><a style="color: #003366;" href="https://www.danswano.com/edge-of-sanity-rereleases/">EDGE OF SANITY</a></strong></span>, die mit ihrem Debüt „Nothing But Death Remains“ &nbsp;die erste Duftmarke in den Sektor setzen sollte und später mit wegweisenden Alben füllen.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-29921" src="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/EdgeOfSanity_NothingButDeathRemains_Reissue2024-scaled-1.jpg?resize=300%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="300" height="300" srcset="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/EdgeOfSanity_NothingButDeathRemains_Reissue2024-scaled-1.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/EdgeOfSanity_NothingButDeathRemains_Reissue2024-scaled-1.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/EdgeOfSanity_NothingButDeathRemains_Reissue2024-scaled-1.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/EdgeOfSanity_NothingButDeathRemains_Reissue2024-scaled-1.jpg?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/EdgeOfSanity_NothingButDeathRemains_Reissue2024-scaled-1.jpg?resize=1536%2C1536&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/EdgeOfSanity_NothingButDeathRemains_Reissue2024-scaled-1.jpg?resize=2048%2C2048&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/EdgeOfSanity_NothingButDeathRemains_Reissue2024-scaled-1.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/EdgeOfSanity_NothingButDeathRemains_Reissue2024-scaled-1.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Unter dem Banner von Black Mark Productions, sollte der erste Hassbrocken veröffentlicht werden. Das Label gehörte einem gewissen Börje „Boss“ Forsberg (dem Vater von Quorthon), der auch die Produktion übernahm. Hier ist auch leider schon das Hauptproblem, denn das 1991 veröffentlichte Album litt an einem sehr holprigem Sound, suboptimalem Mix und (am schlimmsten) einige Lautstärkeschwankungen. Hinzu kommt der eiserne Wille einer jungen Band, die allerdings noch jung und unerfahren ist. Mit einem knackigen Sound hätte man das noch kaschieren können, aber leider erhielt der Todesbrocken mit seinen Thrasheinflüssen nicht die Aufmerksamkeit, die er vielleicht verdient hätte. Das sollte sich mit den späteren Alben ändern, aber „Nothing But Death Remains“ sollte lediglich ein Grundstein werden, ohne Langzeitwirkung.</p>
<p>Dan Swanö hat den Erstling aus der Gruft gezerrt und ihm (endlich) ein durchschlagendes Soundgewand verpasst. Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können, denn der Old School Death Metal erfährt gerade seinen zweiten Frühling und auch junge Bands frönen dem tödlichen Gerumpel alter Schule. Dabei spielt die (schier unendliche) Erfahrung als Musiker und Produzent dem Album mehr als in die Karten.</p>
<p>Das Album wurde sowohl remixed, als auch remastered und hat bereits in den ersten Sekunden eine viel präsentere Wirkung. Sowohl der Opener `Tales…` mit seinen sphärischen Keyboards als auch der groovende Thrash-/Deathbastard knallen dominant aus den Boxen und lassen den holprigen Sound endlich hinter sich. Man stolpert herrlich motiviert durch `Maze of Existence`, streut bereits atmosphärische Synthesizer Teppiche aus und rotzt sich durch die vierminütige Spielzeit. Der Song als Ganzes hinterlässt bei mir keine Langzeitwirkung, aber die vielen Ansätze und Ideen, die man darin verfrachtet hat, zeigen schon klar die Marschrichtung einer Band, die noch Großtaten verbringen werden. Wenn Metallica zu „Kill `Em All“ Zeiten einen One-Night-Stand mit einer Deathmetalproduzentin gehabt hätte, wäre daraus definitiv `Decepted by the Cross` entstanden. „DEATH POSSESSIOOON!“ Der Anfang von `Angel of Distress` knallt auch 33 Jahre nach seinem ersten Gurgeln ordentlich rein und rotzt alles nieder, was bei 3 nicht auf dem Bäumen ist. Auch wenn sich die meisten Gassenhauer auf den anderen Alben befinden, so ist es ein wahrer Genuss sich an den Details der Songs die Ohren blutig zu hören. Besonders der Gesang kommt hier sehr viel präsenter zur Geltung als auf dem Original. Dass Swanö noch seine Röchelstimme gekonnt einsetzen kann, hat er beim letzten Album von MACERATION bewiesen. Nun kann man endlich raushören, dass dieses Potential bereits sehr früh da war.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Der Grundstein von EDGE OF SANITY wurde neu gesetzt und darf endlich in 3 Versionen (Remix, Remaster &amp; Rough Mix) neu erkundet werden. Sammler von Deluxe Jewelcases und Vinyl (in unterschiedlichen Farben) kommen hier gleichermaßen auf die Kosten. Es hat mir selten so viel Spaß gemacht, so viele Details aus einem Album neu herauszuhören, dass eigentlich bereits tot und begraben war. Definitiv eine neue Hörerfahrung für alle detailverliebten Soundfetischisten und Fans von EDGE OF SANITY!</p>
<p><strong>Redakteur:</strong> <span style="color: #003366;"><strong><a style="color: #003366;" href="https://www.radunator.de/">Sebastian Radu Groß</a></strong></span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/edge-of-sanity-nothing-but-death-remains-review">EDGE OF SANITY &#8211; &#8222;Nothing But Death Remains&#8220; (Review)</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">29920</post-id>	</item>
		<item>
		<title>NIGHTINGALE &#8211; &#8222;I&#8220; (Review)</title>
		<link>https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/nightingale-i-review</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Radu Groß]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Aug 2024 19:53:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CD Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[DAN SWANÖ]]></category>
		<category><![CDATA[EDGE OF SANITY]]></category>
		<category><![CDATA[MARDUK]]></category>
		<category><![CDATA[Marillion]]></category>
		<category><![CDATA[NIGHTINGALE]]></category>
		<category><![CDATA[PAN THY MONIUM]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/?p=29916</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Wir schreiben das Jahr 1995; kurz vor dem Ende des letzten Jahrtausends ging ein Ruck durch die Metalszene und sie</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/nightingale-i-review">NIGHTINGALE &#8211; &#8222;I&#8220; (Review)</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Wir schreiben das Jahr 1995; kurz vor dem Ende des letzten Jahrtausends ging ein Ruck durch die Metalszene und sie explodierte förmlich in alle Richtungen in Sachen Kreativität. Old School Bands sollten ihre Blütezeit feiern (Dismember, Entombed), legendäre Alben erblickten das Licht der Welt, die noch heute viele Bands inspirieren („Tales from the Thousand Lakes“ von Amorphis) und man wagte musikalische Experimente, indem man Akustikgitarren mit klirrendem Black Metal verband (Unanimated, Satyricon), Keyboards mit Raserei vereinte (Emperor) oder cleane Vocals mit Death Metal kombinierte (Edge of Sanity). Inmitten dieser musikalischen Landschaft produzierte das schwedische Multitalent <span style="color: #003366;"><strong><a style="color: #003366;" href="https://www.danswano.com/">Dan Swanö</a></strong></span> pausenlos Alben, auf denen er gerne auch einmal mitwirkte. Die Liste seiner Arbeiten liest sich wie ein Telefonbuch von Klassikern und Perlen, die mich bis heute noch ehrfürchtig staunen lässt. Neben dem Job als Produzent tobt sich Swanö in seiner Hauptband Edge of Sanity aus und knallt ein innovatives Album nach dem anderen auf den Tisch. Unverwechselbar seine Vorliebe zwischen cleanen Vocals und den Growlbratzen, die eine authentische Symbiose bilden.</p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-29918" src="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/Nightingale_I-scaled-1.jpg?resize=300%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="300" height="300" srcset="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/Nightingale_I-scaled-1.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/Nightingale_I-scaled-1.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/Nightingale_I-scaled-1.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/Nightingale_I-scaled-1.jpg?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/Nightingale_I-scaled-1.jpg?resize=1536%2C1536&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/Nightingale_I-scaled-1.jpg?resize=2048%2C2048&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/Nightingale_I-scaled-1.jpg?w=1600&amp;ssl=1 1600w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/08/Nightingale_I-scaled-1.jpg?w=2400&amp;ssl=1 2400w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Eines Tages sollte ich durch Zufall beim Stammdealer meines Vertrauens (Hallo, Idiots Records aus Dortmund!) durch Zufall eine CD in die Finger bekommen, deren Cover mir gefallen sollte. Innerhalb von 30 Sekunden des Reinhörens war die Gänsehaut garantiert und mein letztes Geld auf den Tresen geworfen, denn es handelte sich um die „Breathing Shadow“ von <span style="color: #003366;"><strong><a style="color: #003366;" href="https://www.danswano.com/nightingale-rereleases/">Nightingale</a></strong></span>, auf der Dan Swanö zum ersten Mal in meinen Ohren ein komplettes Album durchsingen (und nicht growlen) würde. Der Sound war komplett auf Sisters of Mercy getrimmt, aber unfassbar gutes Songwriting. Das Nachfolgealbum spielte Dan mit seinem Bruder Tom Nouga ein, wo bereits erste 70er Jahre Einflüsse rauszuhören sind. Das dritte Album „I“ erzählt inhaltlich die Vorgeschichte von „Breathing Shadow“ und kam damals auch erstmals mit den kompletten Texten im Booklet der ersten beiden Alben daher. Der Gothic-Vibe war mittlerweile komplett verschwunden und zugunsten des saftigem Hardrock gewichen, bei dem auch mal progressiv auf den Teller gespuckt wurde. Dieses Schätzchen wurde nun wiederveröffentlicht und erfährt endlich seine Jungfernfahrt als Vinyl, ein waschechtes Remaster sowie 7 Bonustracks und Bonus CD mit 18 (!) weiteren Tracks.</p>
<p>Bei den Bonustracks leckt man sich zunächst die Finger, denn hat man von den schwedischen Titeln noch nie gehört. Beim Durchhören stellt sich heraus, dass es sich dabei um alternative Versionen der bereits bekannten Songs handelt, die ein intensives Proberaumflair versprühen. Auch die Rough Mixe lassen die Songs noch einmal in einem erdigen Licht erstrahlen. Egal, ob man das AOR geschwängerte `Scarred for Life`, den schnellen Klassiker `Still in the Dark`(gehört auf jede Setlist mit `Losing Myself` und `Black Tears`!) oder das elegische 70er Jahre Keyboardmonster `Remorse and Regret` hört; Dan Swanö hat irgendwie das Kunststück geschafft, dass bereits sehr gute Songs noch besser klingen können. Seine Gesangsleistung und die Akustikgitarren auf `Alonely` bescheren auch heute noch zuverlässig eine Dauergänsehaut, während mein persönliches Highlight `I Return` das gesamte Potential eines Multitalents in einem einzigen Song verschmelzen lassen und gnadenlos durch die Boxen direkt ins Herz schießt. Ich könnte weiterhin von dem abwechslungsreichen Songwriting, der Symbiose aus Hardrock, 70er Jahre und introvertierten Balladen schwärmen, aber das sollte man nicht lesen, sondern muss man hören. Erwähnen muss ich aber das geniale `Breathing`, bei dem mittels Keyboards und der bekannten Rückkopplung der Gitarre zu Beginn von `Nightfall Overture` die Brücke zum Erstling „The Breathing Shadow&#8220; geschlagen wird.</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Dan Swanö Fans brauchen das Teil dringend! Mehr Fanservice geht einfach nicht, denn hier stimmt alles: Produktion (Dan Swanö im Perfektionsmodus), Livesongs, Bonustracks und Vinylformat. Jedes weitere Wort ist Verschwendung; holt euch das fette Package, schmeißt die Anlage auf Maximum und freut euch einfach nur über Songs, die auch 24 Jahre später zeitlos sind, aber in einer zeitgemäßen Produktion alles rausholen, was das Herz begehrt!</p>
<p><strong>Redakteur:</strong> <span style="color: #003366;"><strong><a style="color: #003366;" href="https://www.radunator.de/">Sebastian Radu Groß</a></strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/nightingale-i-review">NIGHTINGALE &#8211; &#8222;I&#8220; (Review)</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">29916</post-id>	</item>
		<item>
		<title>FAR BEYOND im Interview &#8211; Am Ende einer epischen Straße</title>
		<link>https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/far-beyond-im-interview-am-ende-einer-epischen-strasse</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Radu Groß]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 May 2024 12:10:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Black Metal]]></category>
		<category><![CDATA[BLIND GUARDIAN]]></category>
		<category><![CDATA[BORKNAGAR]]></category>
		<category><![CDATA[DAN SWANÖ]]></category>
		<category><![CDATA[DEVIN TONWSEND]]></category>
		<category><![CDATA[Dimmu Borgir]]></category>
		<category><![CDATA[DTAH METAL]]></category>
		<category><![CDATA[FAR BEYOND]]></category>
		<category><![CDATA[KATATONIA]]></category>
		<category><![CDATA[SENTENCED]]></category>
		<category><![CDATA[UNSUN]]></category>
		<category><![CDATA[WINTERSUN]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/?p=28607</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Treffen sich ein Musiker und ein Journalist. Der Journalist fragt: „Was ist eigentlich schwerer; die Songtexte schreiben, oder die Instrumente</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/far-beyond-im-interview-am-ende-einer-epischen-strasse">FAR BEYOND im Interview &#8211; Am Ende einer epischen Straße</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nordmensch-in-Concert das Szene Magazin für Metal, Rock, Mittelalter, Goth und Alles was klingt. Immer vor Ort Interviews und CD-Tipps, Bildergalerien und Liveberichte.</p>
<p>Treffen sich ein Musiker und ein Journalist. Der Journalist fragt: „Was ist eigentlich schwerer; die Songtexte schreiben, oder die Instrumente einspielen?“ Antwortet der Musiker: „Am schwierigsten ist es mal kurz von DARK SOULS wegzukommen, um endlich mal wieder komponieren zu können.“</p>
<p>Was sich wie ein schlechter Witz liest, ist tatsächlich so passiert. Während unseres Interviews 2016 zum letzten <strong><span style="color: #003366;"><a style="color: #003366;" href="https://farbeyond.bandcamp.com/album/the-end-of-my-road">FAR BEYOND</a></span></strong> Album, stellte sich zwischen dem Verfasser dieser Zeilen und dem Solokünstler <span style="color: #003366;"><strong>Eugen Dodenhoeft</strong></span> die gemeinsame Leidenschaft zum Dark Souls Universum und zu Videospielen insgesamt heraus. Dieses Jahr ist das aktuelle Album „The End of my Road“ erschienen, das in unserem <strong><a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/far-beyond-the-end-of-my-road-review"><span style="color: #003366;">REVIEW</span></a></strong> amtlich abgeräumt hat. Grund genug, um über die Entstehung der Songs, verängstigte Nachbarn und andere Welten zu plaudern.</p>
<p><strong>Blind Guardians Erben</strong></p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-28616" src="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/Frozen-Flame.jpg?resize=300%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="300" height="300" srcset="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/Frozen-Flame.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/Frozen-Flame.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/Frozen-Flame.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/Frozen-Flame.jpg?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/Frozen-Flame.jpg?w=1200&amp;ssl=1 1200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />Das Vorgängeralbum deutet bereits an, dass die Entwicklung von FAR BEYOND unter einem guten Stern stand. Unter der Headline „Blind Guardians Erben“ wurde nur ein Einfluss genannt, den es auch bei diesem Album zu hören gibt. Die Resonanzen auf das Album sind überwiegend positiv; zusätzlich gibt es auch sehr durchwachsene Stimmen. Eine mexikanische Grind Metal Seite war nicht wirklich angetan von dem Werk und auch ein Blogger konnte nicht viel mit dem Album anfangen; allerdings wurde das Album von ihm nicht komplett verrissen, sondern aufgrund seiner Vielschichtigkeit empfohlen, es sich anzuhören, um sich seine eigene Meinung zu bilden. Gerade die Vielseitigkeit des Albums bietet eine Diskussionsgrundlage, die zusätzlich Aufmerksamkeit auf sich zieht. Beim Durchlauf kommen unterschiedliche Vergleiche auf: von Dimmu Borgir, Stratovarius, Borknagar, bis zu Edge of Sanity („Crimson“) ist die komplette Spannbreite dabei. Dabei ist die Chance groß, dass für jeden etwas dabei ist.</p>
<p>„Ich finde es sehr interessant, mit welchen Bands ich verglichen werde. Spontan bekomme ich alle Bands, mit denen ich verglichen wurde auch gar nicht mehr zusammen. Es ist so, als ob jeder seine eigene Brille auf hat und mich mit Bands vergleicht. Dabei sind Bands, wie Wintersun, Borknagar oder auch Bands, von denen ich noch nie gehört habe in meinem Leben. Bei Bands, die ich kenne, kann man bei einigen Elementen durchaus Ähnlichkeiten raushören. In Summe habe ich den Eindruck von meiner eigenen Musik, dass ich mich aus vielen Sachen zwar bediene, dass es aber gleichzeitig enorm eigenständig ist. Mein persönlicher Eindruck ist, dass ich so eine Mischung, die ich aufgenommen habe, bei anderen Bands für mich noch nicht rausgehört habe. Ich habe nichts Neues erfunden: auf meinem Album hörst du bekannte Elemente wie Power-, Black- und Melodic Death-Metal Riffs, cleanen Gesang und Kreischvocals, Synthesizer und Chöre, also alles, was man schon einmal gehört hat. Ich bin auch kein Profi an der Gitarre, aber ich kaschiere es ganz gut (lacht). Ich würde sagen, dass die Mischung dieser Formen ein Alleinstellungsmerkmal ist.“</p>
<p><strong>Herrlich unperfekt</strong></p>
<p>Weiterentwicklung ist ein großes Thema bei neuen Alben. Besonders beim Gesang ist hier stark an sich gearbeitet worden. In Kombination mit dem epischen Songwriting kann man beispielsweise Parallelen zu Hollenthon, Black Lotus oder auch gelegentlich Borknagar erkennen. So hat sich die Textpassage „I am sorrounded by endless night“ (`From The Stars and The Crescent Moon`) in mein Langzeitgedächtnis gefräst. Da kommt die Frage auf, inwieweit da Gesangsunterricht genommen wurde.</p>
<p>„Ich habe da ehrlich gesagt gar nichts gemacht; es hat sich einfach so ergeben. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Songs so geschrieben habe, dass sie zu meiner Tonlage passen. Ich habe da nicht so eine große Bandbreite. Meine Stimme ist ziemlich tief, so dass ich nicht sonderlich hoch, aber dafür tief runterkomme. Der tiefe Gesang passt jedoch nicht zu den komplexen Songs, also muss ich eine gewisse Höhe erreichen, damit man mich überhaupt noch durchhören kann. Es ist sehr oft vorgekommen, dass ich mir Riffs ausgedacht habe, die nicht zu meiner Stimme gepasst haben. Dann habe ich die Songs so oft umgeschrieben, bis sie in das schmale Fenster passten, wo sie mit meiner Stimme harmonieren. Da habe ich bei diesem Album auch sehr viel mehr Wert draufgelegt als beim Vorgänger.“</p>
<p>Bei der Bandbreite zwischen Screams, clean und Growls gibt es viel zu tun. Was ist davon eher Heimspiel und was ist eine Herausforderung?</p>
<p>„Gerade die Screams fallen mir am schwersten. Hier ist Technik das absolut wichtigste, denn wenn du das falsch machst, hast du schnell deine Stimmbänder zerstört. Ich habe auch mal Screams aufgenommen, ohne mich vorher aufzuwärmen und dann direkt einen Krampf im Zwerchfell bekommen. Das ist besonders schön, denn davon hast du nicht nur 10 Minuten etwas, sondern mehrere Tage. Als ich dann versucht habe, kraftvoll zu Singen, hat das Zwerchfell direkt dicht gemacht und ich habe eine Woche keinen kraftvollen Ton mehr rausbekommen. Danach habe ich recherchiert und mir einen Kurs von BRITTA GÖTZ gekauft. Sie hat zusammen mit Christian Kohle aus dem Kohlekeller Studios einen Workshop gemacht und da waren sehr gute Aufwärmübungen dabei, die ich immer vor den Aufnahmen gemacht habe. Seitdem hatte ich keine Probleme mehr mit dem Zwerchfell und ich habe Töne rausbekommen, die auf dem Vorgängeralbum gar nicht möglich waren.“</p>
<p><strong>Die Vocals, oder „Wenn der Nachbar zweimal klingelt…“</strong></p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-28613" src="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/PXL_20220305_160850457.PORTRAIT_3.jpg?resize=169%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="169" height="300" srcset="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/PXL_20220305_160850457.PORTRAIT_3-scaled.jpg?resize=169%2C300&amp;ssl=1 169w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/PXL_20220305_160850457.PORTRAIT_3-scaled.jpg?resize=576%2C1024&amp;ssl=1 576w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/PXL_20220305_160850457.PORTRAIT_3-scaled.jpg?resize=768%2C1365&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/PXL_20220305_160850457.PORTRAIT_3-scaled.jpg?resize=864%2C1536&amp;ssl=1 864w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/PXL_20220305_160850457.PORTRAIT_3-scaled.jpg?resize=1152%2C2048&amp;ssl=1 1152w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/PXL_20220305_160850457.PORTRAIT_3-scaled.jpg?w=1440&amp;ssl=1 1440w" sizes="auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px" />Die Instrumente einzuspielen ist eine Sache, die Vocals zu üben eine völlig andere, denn da wird es zwangsläufig etwas lauter. Dabei fällt Eugen auch eine Anekdote ein.</p>
<p>„Bis vor 3 Jahren habe ich immer in Wohnungen gewohnt. Als ich damals meine ersten Gesangsaufnahmen gemacht habe zu „Bleeding Rose“ im Jahr 2001, habe ich noch bei meinen Eltern gewohnt. Das war in meinem alten Kinderzimmer, wo ich mir nicht viele Gedanken über die Lautstärke gemacht habe. Nachdem ich dann mit meinen Gesangsaufnahmen fertig war, habe ich durch das gekippte Fenster noch Stimmengewirr gehört. Als ich rausgeschaut habe, hatte sich bereits eine kleine Traube von Menschen gebildet, die ich als meine Nachbarn identifiziert habe. Viele von ihnen haben aufgeregt nach oben gezeigt und da wusste ich, dass man mich gehört hatte. Kurze Zeit später klingelte es bereits an der Tür und ein besorgter Nachbar fragte mich, ob alles OK sei, weil es so klang, als würde ich meine Mutter umbringen. Sie hätten nur fürchterliche Schreie gehört und sie haben bereits die Polizei gerufen. Wenige Sekunden später kam auch ein großer Trupp von Polizei und Feuerwehrleuten, denen ich erklären musste, dass alles OK sei und ich nur die Gesangaufnahmen gemacht habe. Draußen stand bereits der Löschwagen mit Drehleiter und allem drum und dran und ich bin im Boden versunken. Nachdem ich denen erklärt hatte, dass es nur um Gesangsaufnahmen ging, wollten sie die natürlich auch mal hören. Die gesamte Mannschaft war also in meinem Kinderzimmer, ich habe dann die Gesangsaufnahme ohne Instrumente abgespielt und bin dann hart ausgelacht worden. Mir war das Ganze extrem peinlich, aber meinem Nachbarn auch. Er hat dann auch mein Album gekauft und wurde Fan meiner Musik. Das Erste, was ich danach gemacht habe, als ich von zuhause ausgezogen bin, war mir eine Gesangskabine zu bauen. Später bin ich dann auf Gesangskabinen von Isovox umgestiegen; da hast du den Kopf wie der Vogel Strauss in der Kabine, aber es funktioniert. Mittlerweile wohne ich in einem freistehenden Haus und jetzt ist das kein Problem mehr.“</p>
<p>Neben epischen Vocals sind auch Gitarrenwände &nbsp;und tightes Drumming am Start. Zusätzlich gibt es auch Chöre auf dem Album zu Hören.</p>
<p>„Ich habe zwei unterschiedliche Arten von Chören eingebaut; zum einen ein klassisches Plug In mit einer Software Library und zusätzlich habe ich in den Refrains einfach mehrere Gesangsspuren (teilweise bis zu 20 Spuren) meiner Stimme übereinander gelegt. An einigen Stellen habe ich auch meine Stimmen und die Chor Library kombiniert, damit es noch größer klingt.“</p>
<p><strong>Where Next to Conquer</strong></p>
<p>Nach dem Songwriting ist vor dem nächsten Album. Allerdings kennt man das vielleicht auch nach einem guten Buch, einem spannenden Film oder einem packenden Computerspiel; ist man einmal am Ende angelangt, fühlt sich das Leben kurzweilig leer und bedeutungslos an.</p>
<p>„Genau so ist das auch bei mir! Ich falle dann immer erstmal in eine „Postalbumrelease Depressionsphase“ (Ausdruck kam von Lukas von Nathram). Besser könnte ich das nicht beschreiben. Wenn ich ein Album erst einmal fertig habe, habe ich danach monatelang die Schnauze voll vom Musik machen und ich verkaufe die Gitarre, mit der ich das letzte Album gemacht habe, weil ich die nicht mehr sehen kann. „The End of my Road“ ist die erste Scheibe, wo ich meine Gitarre behalten habe, weil ich einfach so sehr an ihr hänge, dass ich sie nicht mehr hergeben will. Außerdem habe ich auch einige Verkäufe schon bereut. Irgendwann später kommt wieder in mir der Drang auf, dass ich wieder musikalisch was machen möchte. Es ging auch nicht direkt mit FAR BEYOND weiter, sondern ich habe von 2017 an <u>mit Matt am zweiten Euphoreon Album gearbeitet, das wir 2018 rausgebracht haben. </u>Effektiv habe ich 2019 angefangen, am neuen FAR BEYOND Album zu arbeiten. Da war eine Menge los, u.a. bin ich dreimal umgezogen. Fertig ist das Album schon 2023 gewesen, aber der Release hat sich einfach noch so lange hingezogen. Ich hoffe, dass das nächste Album nicht so lange dauert.“</p>
<p><strong>Die Geburt der Songs</strong></p>
<p><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-28618 alignright" src="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/End-of-my-road.jpg?resize=300%2C300&#038;ssl=1" alt="" width="300" height="300" srcset="https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/End-of-my-road.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/End-of-my-road.jpg?resize=1024%2C1024&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/End-of-my-road.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/End-of-my-road.jpg?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/magazin.nordmensch-in-concerts.com/wp-content/uploads/2024/04/End-of-my-road.jpg?w=1200&amp;ssl=1 1200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" />„Die Grundlagen der Songs setzen sich aus Riffs, Riffs und noch mehr Riffs zusammen. Ich spiele viel mit der Gitarre rum und irgendwann kommen Riffs und Patterns dabei raus. Ich nehme die dann direkt mit Cubase auf, füge Schlagzeug und Bass hinzu und schaue, was sich daraus entwickelt. Dann kommen einige Variationen bzw. Übergänge dazu, ich experimentiere etwas herum und füge die einzelnen Elemente zusammen. Die andere Basis ist die Akustikgitarre; viele Refrains sind auf der Akustikgitarre entstanden, weil ich einige Akkorde vor mich hin gespielt und etwas dazu gesungen habe. Wenn es funktioniert, nehme ich es dann direkt auf und arbeite an der Idee weiter. Wenn ich spontan eine Idee habe, nehme ich die auch mal mit dem Handy auf. Ich füge später noch Chöre oder Effekte hinzu, aber die Basis entsteht immer auf den Gitarren.“</p>
<p>Aber auch der Zufall und die Effekte spielen Eugen manchmal in die Karten.</p>
<p>„Früher ist es häufig vorgekommen, dass ich auf dem Keyboard gespielt habe und zufälligerweise ein Preset erwischt habe, der sich geil anhört. Der Anfang von „Evernight Part 1“ von meinem letzten Album ist ein sehr gutes Beispiel dafür; du drückst eine Taste und es klingt geil!“</p>
<p>Nachdem sich viele Ideen angesammelt haben, müssen diese natürlich noch in Form gegossen werden.</p>
<p>„Irgendwann habe ich genug Ideen gesammelt, jetzt müssen daraus Songs werden. Ich wehre mich grundsätzlich noch dagegen, die typischen Songpatterns zu benutzen; also Strophe, Bridge, Refrain, Strophe, Bridge, Refrain, Solo und fertig. Ich höre das so häufig, dass ich das in meiner Musik nicht will. Ich mag es eher, wenn sich etwas aufbaut, dann mit einem Zwischenpart alles wieder runterfährt, dann wieder aufbaut und das alles in Wellenform weitergeführt wird. Ich arbeite mich quasi von Klimax zu Klimax und nicht durch eine simple Songstruktur. Natürlich wiederholen sich bei mir auch Patterns und ich möchte dies bei meinem nächsten Album auch wieder anders machen, um meine eigenen Muster zu durchbrechen. Ich weiß noch nicht, wie genau ich es machen werde, aber es wird sich auf jeden Fall etwas ändern.“</p>
<p>Natürlich sind Wiederholungen als Wiedererkennungswert wichtig und bei der Sorge, dass beim nächsten Mal verschachtelte Songstrukturen auf Kosten der Atmosphäre benutzt werden, gibt Eugen direkt Entwarnung.</p>
<p>„Das wird definitiv nicht passieren. Für mich sind Wiederholungen auch eine Orientierungshilfe für den Hörer, allerdings geschickt verpackt. Ich habe beispielsweise die Themen eines Intros später im darauffolgenden Song wieder aufgegriffen, was gut funktioniert hat. Die Arbeitsweise ergibt sich irgendwie von selbst und deshalb bin ich auch nicht in der Lage, kurze Songs zu schreiben.“</p>
<p>Auch das Element der Überraschung kann da eine entscheidende Rolle spielen. So haben Katatonia in ihren Anfangstagen noch räudige Riffs gespielt und mittendrin ein Intermezzo aus cleanen Gitarren verwendet, ehe es mit einer ganz anderen Songstruktur weiterging. Auch wenn bei FAR BEYOND nicht genauso gearbeitet wird, so sind es gerade die unvorhersehbaren Songstrukturen, die den Reiz des Albums ausmachen.</p>
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=HcgcnzLeg8w" title="FAR BEYOND - FROM THE STARS AND THE CRESCENT MOON (OFFICIAL VISUALIZER)" width="800" height="450" src="https://www.youtube.com/embed/HcgcnzLeg8w?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p><strong>Magier am Griffbrett</strong></p>
<p>Auch als Soloprojekt hat man sich hier Hilfe in Form von Gastmusikern geholt.</p>
<p>„Nach meinem letzten Album hat sich ein Typ namens Lukas bei mir gemeldet. Ihm gefiel mein Album und ihm ist aufgefallen, dass ich alles allein mache. Er hat selbst ein Soloprojekt (NAHTRAM) und wollte sich gerne mit mir austauschen. Ich hatte dann bei ihm reingehört und war direkt schwer begeistert: viele Gitarren, geile Soli und alles im Alleingang, das hat mich schon beeindruckt! Da habe ich ihn gefragt, ob er Lust hat, auf meinem neuen Album die Leadgitarren einzuspielen und er hat sofort zugesagt. Ich habe ihm damals vier Stücke mit groben Beschreibungen zugeschickt, wo ich mir ein Solo vorstellen könnte. Es war unfassbar, was dabei zurückgekommen ist. Jeder Schuss hat sofort gesessen; Lukas hat instantan sofort die Atmosphäre des Albums gespürt und eine geiles Solo nach dem anderen dazu beigesteuert. Ich bin immer noch schwer beeindruckt davon, weil es einerseits sehr anspruchsvoll ist und gleichzeitig nicht nur Technik ohne Atmosphäre beinhaltet. Ich bin schwer begeistert und super happy, dass er beim nächsten Album wieder mitmachen will.“</p>
<p><strong>Live VS. Studio</strong></p>
<p>„The End of my Road“ funktioniert auf vielen Ebenen sehr gut. Segen und gleichzeitig Fluch von FAR BEYOND ist die Tatsache, dass es ein Soloprojekt ist, wo man vollständig unabhängig von anderen Komponenten oder Künstlern ist. Das schiebt gleichzeitig Live-Aktivitäten einen Riegel vor.</p>
<p>„FAR BEYOND live umzusetzen ist schwierig; ich müsste sehr viel vom Band laufen lassen, selbst wenn ich eine komplette Band mit Sänger, Schlagzeuger, Gitarristen, Bassisten und Keyboarder hätte. Auf der anderen Seite bekommen es Blind Guardian und Wintersun live ja auch hin, es wäre also möglich. Was mich aber wirklich abschreckt ist der Aufwand. Ich müsste sehr viel üben, um eine Stunde lang meine Sachen zu singen und gleichzeitig Gitarre zu spielen, was ich ja sonst nicht mache. Meine Songs entstehen schrittweise und deshalb habe ich auch noch nie meine Songs komplett durchgespielt. Dann noch die Leute zu finden, mit denen ich alles proben muss, ist schon eine Herausforderung. Andererseits stelle ich mir vor, dass ich als alter Mann rückblickend bereuen werde, nie die Live-Erfahrung zu machen, wie das Publikum zu meinen Songs steil geht und mitsingt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es etwas Besseres geben würde, als diese Erfahrung. Ich bekomme zwar digital viel positives Feedback, aber das kannst du mit dem Gefühl einer Live-Erfahrung nicht vergleichen. Das geht mir selbst nicht anders, wenn ich meine Lieblingsbands live sehe. Aber der Aufwand schreckt mich einfach ab.“</p>
<p>Da ist Eugen nicht allein, denn selbst bekannte Bands erzählen Geschichten vom Tourleben, die nicht gerade dazu verführen. In erster Linie besteht es aus Warten, dann aus Reisen und dem Vorbereiten, dann aus Warten, und nach dem Gig wieder reisen und auf Flughäfen/Bahnhöfen warten. Der Moment des Konzertes wird von allen geliebt, aber das Drumherum ist auch für gestandene Größen immer eine Herausforderung.</p>
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=VAH3GEKpp5M" title="FAR BEYOND - A Frozen Flame Of Ice" width="800" height="450" src="https://www.youtube.com/embed/VAH3GEKpp5M?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p><strong>Kleiner Handgriff, große Wirkung</strong></p>
<p>Weiterentwicklung muss nicht immer in großen, epischen Schritten ablaufen. Manchmal sind es gerade die Kleinigkeiten, die den großen Unterschied machen.</p>
<p>„Beim Vorgängeralbum hatte ich lange Songs mit Intros integriert, was epische Songs als Ergebnis hatte. Dieses Mal habe ich die Intros als separaten Track von den Songs gelöst, damit die Songs auch besser zur Geltung kommen. Dadurch bleibt die Atmosphäre erhalten und gleichzeitig kann der Hörer direkt zum Punkt springen, an dem er sein Lieblingsriff hört.“</p>
<p>Definitiv eine gute Entscheidung; hat damals bei Edge of Sanity´s „Crimson II“ im Vergleich zu „Crimson“ auch super funktioniert. Auch in Sachen persönlicher Lieblingssong und Promo hat es sich zum Vorteil ergeben.</p>
<p>„Mein persönlicher Lieblingssong auf dem Album ist ‚A Symphony of Light`. Allerdings wollte ich den nicht als Single raushauen; meine Hoffnung war, dass sich die Leute das Album kaufen und dann mit diesem Song auch ihr persönliches Highlight finden. Ich habe dann das Label gefragt, welchen Song die nehmen würden und die haben dann „From the Stars…“ genommen. Ich hatte den Song gar nicht auf dem Radar; er ist gut, aber nicht mein Favorit auf dem Album (dafür aber der Liebling des Redakteurs). Anscheinend hat das Label aber damit voll ins Schwarze getroffen, weil ich so viele positive Resonanzen zu dem Song bekommen habe.“</p>
<div class="jetpack-video-wrapper"><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://www.youtube.com/watch?v=mGtrNZwqpCY" title="SENTENCED - No One There (OFFICIAL VIDEO)" width="800" height="600" src="https://www.youtube.com/embed/mGtrNZwqpCY?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p><strong>Blast from the Past</strong></p>
<p>Textlich atmet das Album eine sehr dichte Atmosphäre, die mich an die Black Metal Bands der 90er Jahre erinnert. Man hatte sich damals textlich und musikalisch was getraut, viel experimentiert und die Komfortzone bestand darin, Neues auszuprobieren. Man scheute nicht vor Akustikgitarren, Keyboards und Trompeten zurück und hat damals unsere heutige Musiklandschaft gestaltet (Beispiel: Emperor im Black Metal mit den Keyboards bzw. Mortiis mit Dungeron Synth). „Kennst du noch Sentenced?“ leitet eine Schwärmerei ein, bei der alles von der „Amok“ bis zur „Cold White Light“ erstmals würdig gehuldigt wird. Der Humor der Finnen ist ebenfalls unübertroffen; so soll auf der „Cold White Light“ ein Percussion Part sein, der angeblich das Klatschen auf dem nackten Arsch eines Bandmitglieds ist (*versucht bei der Vorstellung nicht zu lachen). Leider kann man diese Band nicht mehr live bewundern, da Miika Tenkula (Hauptsongwriter und Gitarrist) nicht mehr lebt; auch Peter Steele und Dio weilen leider nicht mehr unter uns, um uns epische Momente zu bescheren. Bei dem Thema „denkwürdige Momente“ biegen wir auf die Zielgerade des Interviews ab und stellen die Frage nach dem besten und übelsten Moment im Zusammenhang mit FAR BEYOND.</p>
<p>„Der beste Moment ist leicht: ich habe vor jedem Album ein Backing Sheet, wo alles einzeln aufgeführt und farblich markiert ist (Gitarren, Drums, Gesangsspuren usw.). Das ist für meinen Fortschritt beim Songwriting für mich essenziell. Wenn ich das letzte Feld grün einfärbe und das entsprechende Instrument weglege, weiß ich, dass ich mit dem Teil des Albums fertig bin, was ein sehr intensives Gefühl ist. Das sind definitiv immer die besten Momente. Ansonsten ist die Kompositionsphase sehr emotional, während die Recordingphase selbst ein sehr monotoner Prozess ist, der aber auch Spaß macht. Der Worst Case war beispielsweise die Aufnahmen zum Vorgängeralbum. Ich hatte noch in einer anderen Wohnung gewohnt und die Nachbarn hatten gefühlte 40 Wellensittiche, die bereits morgens Party gemacht haben. Die Instrumente und der Gesang waren kein Problem aufzunehmen, aber wenn ich eine Akustikgitarre aufnehmen wollte wusste ich nie, ob ich Ruhe habe, oder ob irgendwann mittendrin ein Wellensittich zu hören war. Also habe ich die Mikrofone in die Gesangskabine eingebaut und die Akustikgitarre dort aufgenommen. Eigentlich nicht schlimm, aber die Gesangskabine war so klein, dass man die Gitarre fast nur senkrecht nach oben halten konnte und ich gleichzeitig in verdrehter Körperhaltung reinsteigen musste. Wenn du dann noch nach jedem Take aufstehen musst, zum Rechner gehst und alles anhörst, wieder auf Aufnahme drückst und zurückgehst, geht das irgendwann massiv auf die Nerven.“</p>
<p><strong>Prepare to Mosh</strong></p>
<p>Unsere gemeinsame Leidenschaft Gaming bietet Stoff für ganze Bücher; dennoch halten wir uns hier zurück und beschränken uns auf die Frage, ob und für welches Computerspiel Eugen Musik schreiben würde.</p>
<p>„Ich finde, dass Metalmusik gar nicht so wirklich zu den Spielen passt, die ich gerne spiele. Ich musste natürlich gerade an die Dark Souls Reihe denken, aber dazu passt es nicht. Bei dem Reboot von Doom, im Zusammenhang mit dem Flow und dem Geballer funktioniert diese Art der Musik natürlich sehr gut. Ich bin aber nicht in der Lage Musik zu dieser Art des Mediums zu machen und ich wüsste auch nicht, zu welcher Art von Spielen meine Musik passen würde. Gleiches gilt für Filmmusik, denn es ist eine andere Art und Weise Musik zu machen. Man hört auch bei Spielesoundtracks die Musik während des Spiels stundenlang (Hallo „Baldur´s Gate 3“) und dafür darf sich die Musik nicht allzu schnell abnutzen. Auch bei From Softwares´“Elden Ring“ funktionieren leichte, langgezogene Töne perfekt, während bei Bossgegnern das volle Orchester aufgefahren wird. Außerdem ist es gefährlich, denn wenn ich beispielsweise bei „Dark Souls“ zum 1000. Mal gestorben bin, kann ich diesen Track einfach nicht mehr hören, weil es mich irgendwann aggressiv macht. Anders sieht´s beim Firelink Shrine aus, denn da weißt du, dass du runterfahren kannst und alles in Ordnung ist. Bei Spielemusik passe ich.“</p>
<p>Ist aber nicht schlimm, denn „The End of My Road“ bietet genug Stoff für ein eigenes, episches Kopfkino.</p>
<p><strong>Redakteur:</strong> <span style="color: #003366;"><strong><a style="color: #003366;" href="https://www.radunator.de/">Sebastian Radu Groß</a></strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com/far-beyond-im-interview-am-ende-einer-epischen-strasse">FAR BEYOND im Interview &#8211; Am Ende einer epischen Straße</a> erschien zuerst auf <a href="https://magazin.nordmensch-in-concerts.com">Nordmensch-in-Concerts</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">28607</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
