Festivals

Just for Fun Open Air 2026 – Headliner-Treffen im eigenen Garten (04.–05.09.2026)

Wenn das Just for Fun Open Air in Eystrup ruft, dann antworten wir nicht nur, sondern sind natürlich ganz vorne mit dabei! Der Begriff Gartenparty der Superlative hat sich hier in den vergangenen Jahren fest etabliert und das ist nicht nur so dahingesagt. Das Festival findet tatsächlich im Garten bzw. direkt zuhause beim Veranstalter statt und die Crew besteht zu einem großen Teil aus Freunden, Familienmitgliedern und Nachbarn.

Wer nun glaubt, dass es sich dabei um ein typisches kleines Dorffestival handelt, wird überrascht sein: Auf der Bühne in Eystrup tummeln sich in jedem Jahr Größen und Kultbands, wie man sie sonst eher von größeren Festivals kennt. Auch in diesem Jahr spricht der Veranstalter von „Headlinern von Anfang bis Ende“.

FOGGY CREW

Anreise und Gelände

Der Tag beginnt mit herbstlichem Wetter, teilweise mit Sturm und Starkregen. Nicht die besten Vorboten für ein Open-Air-Festival, doch wir hören schon bei der Ankunft, dass der Veranstalter keine Mühen gescheut hat, um dem Wetter standzuhalten. Als wir ankommen, ist nichts mehr davon zu sehen, dass wenige Stunden zuvor ein Herbststurm gewütet hat. Wie wir erfahren, haben nicht nur die ehrenamtlichen Helfer, sondern auch Fans des Festivals, die schon früh angereist sind, tatkräftig mit angepackt, um einen reibungslosen Start zu ermöglichen. So geht Zusammenhalt!

Auf dem Gelände werden unsere Erwartungen nicht enttäuscht: Das Just for Fun protzt nicht mit einem außergewöhnlichen Aufgebot und unnötigem Schnickschnack, sondern bietet verlässlich eine stabile Palette von kulinarischen Spezialitäten. Schön ist, dass hier für jeden Geldbeutel etwas dabei ist, vom stylischen Street Food bis zur Bratwurst im Brötchen.

Tag 1 – Freitag, 04.09.2026

Als wir ankommen und unsere erste Runde über das Gelände machen, spielen bereits FOGGY CREW. Ein wunderbarer Mix aus typischen Pub-Songs, unaufdringlicher Party-Mucke und klassischem Celtic Folk, der sich geschmeidig in die Gehörgänge schiebt und zum Mitsingen einlädt. Die Band schafft es, die herbstlich-trübe Stimmung des Tages beiseitezuschieben und das Publikum in die richtige Partylaune zu versetzen, die wir vom Just for Fun gewohnt sind.

FOGGY CREW

Weiter geht es mit CRYSTAL STEEL, die sich ganz den Hardrock- und Metal-Klassikern verschrieben haben. Vor der Bühne ist es noch recht überschaubar, doch davon lassen sich die Jungs nicht beirren: Hier wird angefeuert, angeheizt und Party gemacht, als stünden Tausende vor ihnen. Beim ersten Song wackelt der Gesang zwar noch ein wenig, doch die Band findet schnell in ihren Groove. Spätestens bei „Rock and Roll All Nite“ von KISS wird lautstark mitgesungen und die Haare fliegen.

CRYSTAL STEEL

Vor „Hot Love“ gibt es noch eine augenzwinkernde Ansage: Das sei jetzt etwas für die Mädels, denn Frauen würden Glam Rock schließlich lieben. Das Publikum feiert die Band jedenfalls ausgiebig, und wer dabei war, weiß auch, was es mit den „Crystal-Steel-Schlübbies“ auf sich hat. Mehr verraten wir an dieser Stelle nicht! Na gut, doch: Ganz vielleicht hat ein treuer Fan in knappen Crystal-Steel-Hotpants die Bühne gestürmt und ganz vielleicht (ganz sicher!) wird der Anblick uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Legende!

CRYSTAL STEEL

 

Mit 5TH AVENUE aus Hamburg wird es nun richtig voll vor der Bühne. Die Band ist Old School, klingt aber zeitlos und bringt unendlich viel Power und Charme mit. Hier stehen absolute Profis auf der Bühne, die 100 Prozent Vollgas geben und kein bisschen abgestumpft wirken. Frontmann Knobel ist eine echte Rampensau und hat das Publikum vom ersten Ton an fest im Griff. Neben eigenen Songs wie „Legend of a Postman“ und „Satellite“, bei dem gemeinsam geschunkelt und mitgesungen wird, gibt es auch ein paar Cover auf die Ohren: „Luka“ von Suzanne Vega und „Pet Sematary“ von den Ramones, letzteres stilecht angekündigt als „Cet Pemetery von den Marones aus Yew Nork“.

5TH AVENUE

Zum krönenden Abschluss des Freitags betreten POWERSLAVE die Bühne, und damit ein Headliner, auf den sich viele schon den ganzen Abend gefreut haben. Die Iron-Maiden-Tribute-Band ist erstaunlich nah am Original, und das nicht nur musikalisch: Sänger und Bassist erinnern optisch tatsächlich stark an ihre großen Vorbilder. Dazu gibt es rasante Kostümwechsel und einen rund drei Meter großen Eddie, der über die Bühne und durch das Publikum stapft. Die Setlist führt quer durch alle Epochen der Bandgeschichte, und der Sänger meistert auch die kniffligsten Nummern mit Bravour. Mit „Flight of Icarus“ gibt es sogar einen Song, den man live nur selten zu hören bekommt. Für viele im Publikum ist die Band DAS Highlight des Abends.

POWERSLAVE

Tag 2 – Samstag, 05.09.2026

MOB RULES

Den Samstag eröffnen MOB RULES, und damit geht es direkt in die Vollen. Schon nach den ersten Takten Heavy, Power und Epic Metal ist klar: Hier wird niemand sanft in den Tag geschaukelt, sondern wir starten ohne Handbremse durch. Das sorgt im Publikum für Gesprächsstoff. Die Meinungen reichen von „zu gut, um den Opener zu machen“ bis „sehr geil, dass der Samstag mit solchen Headlinern startet“. Viele Fans sind textsicher, bei „Back to Savage Land“ wird kräftig mitgesungen, und vor der Bühne bildet sich sogar ein kleiner Circle Pit. Wir fühlen uns stellenweise an Edguy erinnert. Die kreativen Endzeit-Outfits runden den Auftritt ab. Die Band selbst kannte das Just for Fun bisher nicht, ist aber begeistert: „So stellt man sich eine Gartenparty vor.“ Besser hätten wir es auch nicht sagen können!

Mit JADED HEART folgt Melodic Metal und Hardrock. Die Band braucht ein paar Minuten, um richtig anzukommen, doch dann merkt man, dass hier erfahrene Musiker am Werk sind, die genau wissen, wie man ein Publikum mitnimmt. Vor der Bühne wird mitgesungen, die Köpfe nicken im Takt. Nicht jeder Song trifft bei uns gleichermaßen ins Herz, aber die Stimmung passt von vorne bis hinten, und das ist schließlich die Hauptsache.

JADED HEART

Jetzt wird es laut und modern: WATCH OUT STAMPEDE aus Bremen bringen Metalcore und Post-Hardcore auf die Bühne, stellenweise ein bisschen wie Bullet For My Valentine. Die Eröffnung sitzt, und das Publikum ist sofort voll dabei. Mal wird gebrüllt, dass einem der Nacken vibriert, im nächsten Moment kommt ein Refrain, den man sofort mitsingen möchte und der noch relativ neue Frontsänger fügt sich ein, als wäre er schon immer dabei gewesen. Bemerkenswert ist die Geschichte rund um das Schlagzeug: Johnny von BELOW ZERO springt als Ersatz ein, weil der eigentliche Drummer gerade Papa wird. Nach nur einer einzigen Probe sitzt jeder Schlag. Respekt! Den schönsten Satz des Tages liefert die Band übrigens gleich mit: „Wir sind BEI jemandem zuhause und fühlen uns deshalb WIE zuhause.“ Das ist das Just for Fun in einem Satz.

WATCH OUT STAMPEDE

Danach wird es richtig wild: BRUNHILDE mischen Heavy Metal, Punk und Hardrock und sind der personifizierte Aufruf zum Ungehorsam, mit ausgestrecktem Mittelfinger und jeder Menge Spaß. Auch optisch setzen sie ein Statement, vom schwarzen Netz-Top mit rosa Tüllrock bis zum schwarzen Lack-Jumpsuit. Die Sängerin hat die Bühne und das Publikum fest im Griff. Bei „Running Away“ kommen die Musikerinnen runter ins Publikum und tanzen mit den Fans, die begeistert mitmachen. Mehr Nähe geht kaum!

BRUNHILDE
ROSSI

Zum großen Finale gehört die Bühne traditionell ROSSI aus Bremen. Und das beginnt mit einem echten Gänsehautmoment: Zur Eröffnung steht die gesamte Crew des Just for Fun mit auf der Bühne und singt gemeinsam „Kompliment“. Danach gibt es ein komplett buntes Programm, von „Numb“ bis „Poison“, getreu dem Motto, das wir im Publikum aufschnappen: „Rossi können einfach alles spielen!“ Statt einer durchgetakteten Bühnenshow gibt es ganz viel Spaß, Spontanität, Power und Spielfreude, dazu Neon-Outfits und ein Publikum, das bis zum letzten Ton tanzt, singt und feiert. Ein kleines bisschen Wehmut schwingt an diesem Abend allerdings mit, denn es ist der letzte Auftritt von ROSSI in dieser Konstellation: Beide Gitarristen haben ihre Abschiede bekannt gegeben. Die gute Nachricht gibt es aber gleich hinterher: Die Nachfolger stehen bereits fest! Einem nächsten Auftritt beim Just for Fun steht also nichts im Wege, und wir freuen uns jetzt schon darauf, die Neuen kennenzulernen.

Unsere Highlights

Wenn wir auf dieses Wochenende zurückblicken, sind es vor allem die kleinen, sympathischen Momente, die hängen bleiben. Diese Augenblicke, in denen die Begeisterung von der Bühne ins Publikum schwappt und wieder zurück, bis man gar nicht mehr so genau sagen kann, wer hier eigentlich wen feiert.

Das fängt schon am Freitagnachmittag an, als FOGGY CREW Leute aus dem Publikum zu sich holen und als Preis – kein Witz – eine Dose Ravioli winkt.

Und jetzt kommt der Hammer: Als später eine waschechte Jackson-Gitarre verlost wird, geht sie ausgerechnet an denselben Glückspilz, der schon die Dose Ravioli abgeräumt hat! Wenn das mal kein Festival-Wochenende ist, an das man sich noch lange erinnert.

JUST FOR FUN

Unser Fazit

Das Just for Fun ist und bleibt etwas ganz Besonderes. Man sieht einfach, wie sehr die Menschen hier dieses Festival lieben – nicht nur die Musik, sondern das Dabeisein, das Mitfeiern und das Gefühl, ein Teil des Ganzen zu sein. Wohin wir an diesem Wochenende auch schauen, blicken wir in unzählige glückliche Gesichter. Und genau das ist es, was das Just For Fun ausmacht: Hier ist niemand “nur Zuschauer”, hier gehört jeder dazu.

Wir sind von Herzen dankbar, dass wir auch in diesem Jahr wieder mit dabei sein durften, und freuen uns schon jetzt darauf, immer wieder zurückzukommen.

Ausblick 2027

Auf der Website des Veranstalters gibt es noch keine offiziellen Infos zum nächsten Just For Fun, aber wir sind ganz sicher: Auch im Jahr 2027 erwartet uns wieder Großes!

Bleibt auf dem Laufenden:

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https://www.instagram.com/justforfunopenair/

Berichterstattung: Anna Rachow

Photocredits: Stephan Grunwald

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