FEED THE SICKNESS im Interview
Moin Jungs, da sind wir nun und haben endlich die Zeit gefunden, um ein wenig miteinander zu schnacken. Was soll man sagen: Plötzlich wart Ihr da, wie Phoenix aus der Asche. Stellt Euch doch bitte unseren Lesern kurz vor:
Hallo, wir sind Chris (Drums), Miguel (Bass), Marc (Gesang) und Ozzy (Gitarre) von Feed The Sickness aus Hamburg. Vielen Dank für die Möglichkeit, ein bisschen was von uns erzählen zu dürfen.
Erzählt mal: Wie habt Ihr einzelnen Musiker zusammengefunden, wie kam es letztendlich zur Gründung der Band und seit wann gibt es Feed The Sickness?
In 2020 habe ich (Marc) als Gitarrist in meinem Soloprojekt entdeckt, dass ich auch eine Stimme habe. Um das aber fachlich zu untermauern, habe ich noch einige Schleifen mit einem Vocal-Coach gedreht. In 2024 war ich dann so weit und der fertig gebackene Sänger suchte sich weitere Weggefährten. Nach kurzer Zeit stieß Miguel dazu. Gefunden hatten wir uns über die Website Backstagepro und nun glättet er den Sound sowie die Wogen in der Band. Der Kern unserer Orga und unserer Präsentation online entspringt seiner Feder.
Über dieselbe Website kam als nächstes Ozzy zur Vorstellungsrunde, sah alles, was er sehen wollte und ergänzte perfekt mit seinem Stil Songs zu schreiben und seiner Bühnenpräsenz als Metal-Gitarrist. Außerdem hat er nun einen weiteren guten Grund, sich mit den neuesten technischen Raffinessen einzudecken, denn sobald es zu ernsten Aufnahmen kommt, sei es eine Demo oder unser gesamtes Debüt-Album, hat Ozzy die Zügel in der Hand.
Kurz darauf brauchten wir dann einen neuen Drummer. Chris wurde als alter Bekannter von Ozzy vorgeschlagen und hat mit seinen Skills als Drummer und seinem Riesenherz alle komplett vom Stuhl gehauen. Ohne seine unbändige kreative Energie würde es bei uns schnell langweilig sein und außerdem ist er als Tontechniker zum größten Teil für den Erfolg unserer Live-Show verantwortlich.
Die Band, so wie sie jetzt ist, gibt es seit September 2025. Also nicht einmal ein komplettes Jahr ist seither vergangen, aber umso mehr ist passiert. Erste Gigs, erstes Album, viele spannende Pläne und Ideen und nun auch unser erstes Interview!
Und wie seid Ihr auf den Bandnamen gekommen?
Die Idee zu dem Namen kam von mir (Marc). ich habe in meinen Lyrics zu den Songs Erfahrungen verarbeitet, solche, die eigentlich fast jeder in sich trägt, und habe dafür einen Oberbegriff und eine Umschreibung gesucht und dabei stieß ich auf den Bandnamen.
Ihr bezeichnet Euren Musikstil als „Joker Metal“. Was kann sich der Leser darunter vorstellen?
Grundlegend wollen wir uns nicht in eine Schublade stecken lassen, sondern Musik machen, die uns gefällt. Das Sinnbild des “Joker”, bzw Narren bietet sich hier perfekt an, denn selbst ein König hat manchmal das Bedürfnis, die gefährliche Wahrheit zu hören. Wir möchten uns selbst und andere daran erinnern, dass es immer noch OK ist, gegen den Strom zu schwimmen.
Um das aber Mal in einem Genre genauer zu definieren, würden wir sagen eine Portion Post-Nu-Metal, gemischt mit Prog Metal …und ein bisschen Schwarzer Humor.
Thematisch seid Ihr in Euren Songs wie unterwegs?
Überall! Jeder von uns hatte ein turbulentes Leben und Themen, die man verarbeiten muss. Von toxischen Beziehungen, Kampf gegen Depressionen bis hin zu Scham, weil man das geworden ist, was man gerne hart verurteilt, und dass in das traditionelle Bild einer “normalen“ Person nicht reinpasst.
Und dass alles am Ende gut sein wird, weil wir auch das Positive gerne sehen und nicht nur mies gucken, weil der Breakdown noch langsamer geworden ist. So halt.
Als ich mich vor einigen Wochen mit Euch näher befasste und ein wenig recherchierte, war ich gleich wieder zurückversetzt in die 90er Jahre. Die Zeiten von Alternative und Nu Metal. Gleichzeitig fragte ich mich, funktionieren diese Genres heute noch? Gibt es da noch genug Zuspruch? Wie seht Ihr das? Kommen diese Zeiten wieder zurück?
Definitiv. Retro is in.
Wir sind alle aufgewachsen mit Korn, Limp Bizkit, Disturbed, Godsmack usw. und das hört man in unserer Musik. Mit so vielen Bands heutzutage, die versuchen einen noch langsameren Breakdown zu liefern als Lorna Shore, ist Nu Metal ein frischer Wind aus der Vergangenheit. Mit Bands wie z.B. Tetrarch, die gerade die Welt des Nu Metals erobern, merkt man schon den Wiederaufstieg.
Am 29.05.2026 gab es eine Release-Party in „Maria´s Ballroom“ in Hamburg-Harburg. Grund dafür war die Veröffentlichung Eures Debut-Albums „Moments“. Erzählt von diesem Abend, wie war die Resonanz?
Besser als erwartet, um ehrlich zu sein. Wir sind zwar Musiker und wollen viel schaffen, aber wir wissen das wir noch eine Baby-Band sind und dementsprechend hatten wir wenig an Erwartung. Wir wurden aber sehr überrascht mit der Reaktion vom Publikum und dem Support, den wir an diesem Abend erhalten haben.
Unsere Musik ist definitiv nicht Jedermanns Sache, aber die Leute haben tatsächlich mitgesungen und beim letzten Song gab es auch einen kleinen Circle Pit.
UND eine Autogrammstunde gabs auch … für uns ein großer Meilenstein und eine noch größere Ehre.
Wo seht Ihr Euch zukünftig bzw. was wünscht Ihr Euch als Band für die Zukunft? Ich weiß, eine oft gestellte Frage bei Interviews, aber mich interessiert das immer ungemein. Gibt es da Zukunftsvisionen? Wird es eher ein lockeres Projekt sein oder habt Ihr euch mehr vorgenommen?
Wir gehen mit, sagen wir mal so. Klar sind Ambitionen vorhanden, große Bühnen zu bespielen, aber für uns ist es auch sehr wichtig, weiterhin Spaß zu haben und weiterhin Musik zu produzieren, die wir geil finden und hoffentlich auch da draußen jemandem helfen, durch den Alltag zu kommen. Weil das ist ja auch das, was unsere Vorbilder immer für uns getan haben, uns zu helfen, durch diese manchmal recht beschissene Welt zu gehen, uns Kraft zu geben, als wir dachten, wir wären schwach und verloren.

Abschließend interessiert unsere Leser sicherlich, wo man Euch in diesem Jahr oder auch kommenden Jahr live erleben kann.
Zurzeit gibt es noch zwei Termine in diesem Jahr:
- 18.07.2026 im MarX (Markthalle)
- 05.12.2026 im Marias Ballroom.
Das Jahr ist aber noch lange nicht vorbei und das Album ist gerade frisch raus … wer weiß wo wir uns noch sehen.
Ich für meinen Teil danke Euch abschließend für Eure Zeit. Ihr seid eine super sympathische Band, von der man hoffentlich zukünftig noch einiges sieht bzw. hört. Ich denke, wir werden uns auf jeden Fall noch hier oder da sehen und dann gibt es natürlich auch Fotos als Erinnerung von mir. Bis dahin !


