Rock Harz WarmUp im Hademarscher Hof (11.11.2023)

Hanerau Hademarschen vor den Toren Hamburgs hat es wieder geschafft, einen echten Headliner auf die Bühne zu bringen – die „BURNING WITCHES“ kamen in den Norden!

Das Rock Harz WarmUp sollte ursprünglich mit Shadowbane stattfinden, die leider aufgrund der Erkrankung des Sängers absagen mussten. Sofort sprang jedoch würdiger Ersatz ein: TERRA ATLANTICA, eine waschechte Hamburger Powermetal-Band.

Ehrlich gesagt hatte ich nicht das Vergnügen, diese drei Hamburger im Voraus zu erleben, und aufgrund des kurzfristigen Wechsels entglitt mir die Recherche diesmal. Wie auch immer, wie immer stellt man sich einfach dorthin, wo man am wenigsten stört, und wartet, wer nun auftaucht.Terra Atlantica Foto Dirk Jacobs

Um es kurz zu machen, die drei waren „brachial-genial“ – Terra Atlantica sorgten für gute Laune und eröffneten den Abend mit einem echten Metal-Feuerwerk. Während einige Powermetal-Bands gelegentlich banal klingen oder Längen und Wiederholungen haben, war es hier eine wahre Freude. Endlich eine beeindruckende Stimme und eine energiegeladene Hamburger Show, die so richtig Spaß gemacht hat. Hier geht definitiv die Post ab und es hätte beinahe für eine „Wall of Death“ gereicht, wenn wir alle nicht hätten lachen müssen. Kurz gesagt, eine Band, die nicht nur musikalisch überzeugt, sondern auch jede Menge Humor und Enthusiasmus mitbringt. Damit waren Shadowbane absolut würdig vertreten und niemand musste auf die zweite Wahl ausweichen. Jeder bekam erstklassige hanseatische Musik um die Ohren, dass es nur so krachte. Es lohnt sich auf jeden Fall, diese Band im Auge zu behalten, denn hier könnte wirklich etwas Großes auf den großen Bühnen entstehen. Mit dem Sound, den die Mannen liefern, sollte es kein Problem sein, auch größeren Anlagen und Massen zu rocken.

Nach dieser freudigen Überraschung betraten nun tatsächlich die Burning Witches die Bühne. Man wollte es erst gar nicht so recht glauben, aber da waren sie live und in Farbe, fast zum Anfassen nah. In den kommenden Tagen würden diese Amazonen direkt über Spanien in die USA verschwinden und man konnte es kaum fassen – sie waren es!

Ohne lange zu zögern, knallten die Mädels einem die härtesten Beats um die Ohren. Sofort war allen klar: Hier wird nicht mit halber Kraft gespielt. Das gesamte Arsenal wurde aufgefahren. Das zeichnet ohnehin die Profis aus; so nah dran haben die Stars der Szene auch wieder mehr Spaß, als in den großen Hallen. Es war fast schon unheimlich gut und es ging mit vollem Tempo über die gesamte Distanz. Wer diesen besonderen Gig verpasst hat, dem übermittele ich an dieser Stelle mein aufrichtiges Beileid.Terra Atlantica Foto Dirk Jacobs

Nicht nur, dass die Frontfrau Laura Guldemond plötzlich inmitten des Publikums sang, es war tatsächlich wieder dieses familiäre Metal-Feeling, wenn die Qualität rundum stimmt. Der Sound von zwei Leadgitarren, einem Bass und einer Schlagzeugerin direkt aus der Hölle, dazu eine begnadete Sängerin – der Groove war wieder da. Nicht umsonst gilt diese Band eben als Metalband mit eigener Sprache und Musik, die mit wirklich talentierten Musikern antritt, um abzuräumen. Laura Guldemond flog mit ihrer Stimme vorweg und die anderen sprangen hinterher. Es ist beeindruckend, wie gut diese Band einander auch zuspielen kann, für diesen besonderen Sound. Man hört wirklich von wem die gestandenen Musiker inspiriert wurden, und ohne zu kopieren hier eine eigene Art und Weise gefunden haben. Allerdings haben die Ladies ihre Vorbilder, was den modernen Sound angeht, absolut eingeholt, wenn nicht sogar überholt. Man kann nur hoffen, dass sich hier einmal mehr Frauen ein Beispiel nehmen, den Saal zu zerlegen. Auch die ruhigen Nummern der Band machen Spaß und saufen nicht irgendwie ab, da hier der Guitarrensound glasklar Gänsehaut macht. Und wenn dann noch ein bisschen Chorus in den Stimmen mitschwingt, gehen auch wieder die Feuerzeuge an.

Um ehrlich zu sein, hatte ich eine solche Studioqualität beider Bands live nicht erwartet. Es ist wohl so, wenn man am wenigsten damit rechnet etwas Frisches zu erleben, kommt der Rock ’n Roll wieder auf einen zu und haut dir eben direkt in die Fresse und entpuppt sich als besonders. Wieder geht eine neue Tür auf und wieder kauft man ein Shirt mehr, weil man froh ist, dabei gewesen zu sein. Legendäre Abende hat man in meinem Alter einige erlebt, dieser gehörte ebenfalls dazu – und es war keine Erinnerung, sondern es fand statt im Hier und Jetzt.

Nun, das nächste Gedeck in Hademarschen ist angerichtet. Wer meint, mit den Burning Witches ist nun das Jahr in der Provinz zu Ende, der soll sich täuschen.

Bereits am 25.11.2023 warten MANIMAL und Generation Steel auf Euch und dann zum wirklich krönenden Abschluss des Jahres stehen NAZARETH am 09.12.2023 auf der Bühne des Hademarscher Hofes.

Berichterstattung / PhotoCredits: Dirk Jacobs

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