AS DECEMBER FALLS im Indra Musikclub Hamburg (12.11.2023)

Who the Fuck are … AS DECEMBER FALLS ?

2014 in Nottingham gegründet, veröffentlichen die Briten nach ein paar EP´s fünf Jahre später ihr selbst betiteltes Debütalbum. Die Punk-Pop-Band bekommt nirgendwo Unterstützung. Es wird ständig an ihrem Stil herumgemäkelt, aber in ihre Musik wollen sie sich nicht hereinreden lassen. So nehmen sie das erste Album mit einfachen Mitteln auf.

As December Falls

Die Band (Sängerin Bethany, Gitarrist Ande, Schlagzeuger Lukas und Multiinstrumentalist Timmy) geht ihren eigenen Weg. Sie veranstaltet den Kritikern zum Trotze ihre Touren in Großbritannien selbst, die fast komplett ausverkauft sind. Das zweite Album „Happier“ stand ebenso unter einem ungünstigen Stern. Verschiedene Angebote von professionellen Labeln stellten die Vier nicht zufrieden. Zusammen mit Produzent John Mitchell nahmen sie es also auch wieder selbst auf und vertreiben es unter einem eigenen Label. 

Nun also mit „Join the Club“ der dritte Longplayer. Seit der Corona-Pandemie stehen die (signierten) Alben bei mir im Regal und ich hege schon lange den Wunsch, die Truppe einmal live zu erleben. Vor fast auf den Tag genau einem Jahr gab es einen ausverkauften Auftritt in der kleinen Astra-Stube, den ich leider aus beruflichen Gründen nicht wahrnehmen konnte. Nun aber spielen sie an einem Wochenende und noch dazu im altehrwürdigen Indra Musikclub. Hier traten am 17. August 1960 die Beatles zum allerersten Mal in Deutschland auf. 

Die Große Freiheit ist voll. Vorbei an der Großen Freiheit 36, an dem David Duchovny and his Band auftritt. Vorbei an den Fans von Seiler und Speer, die im Gruenspan auftreten. Angekommen am Indra ist die Fanmenge noch übersichtlich. Es ist ja aber auch noch eine Dreiviertelstunde hin bis zum Einlass. Frühes Kommen ist allerdings für mich Pflicht, da es keinen Fotograben gibt und die VIP-Fans bevorzugten Eintritt haben. Hierzu zähle ich mich dann doch nicht, möchte aber trotzdem einen Platz vor der Bühne bekommen.

Dream State

Die Supportband des heutigen Abends nennt sich Dream State und kommt aus South Wales, UK. Auch der Bandaufbau ist ähnlich. Ihr zweites Album „Still Dreaming“ erscheint im Januar. Bisher schlagen  drei EP´s und das Debütalbum „Primrose Path“ zu Buche. Die Band besteht normalerweise aus Sängerin CJ Gilpin, den Gitarristen Aled Evans und Sam Harrison-Little, Bassist Danny Rayer und Schlagzeuger Jamie Lee. Heute steht allerdings nur ein Gitarrist zur Verfügung. Eine Setlist gibt es nicht. Da ich die Band und ihre Songs nicht kenne, bewerte ich ihre Musikrichtung als Post-Hardcore, Alternative Rock eher nicht. Nunja, Hardcore ist eher nicht so mein bevorzugtes Portfolio. Das Growlen der Sängerin ist zumindest phasenweise beeindruckend. Stimmung jedoch machen sie. Sie animieren die Besucher des gut gefüllten Musikclubs zur Moshpit und zum Handyleuchten, interagieren ständig mit dem Publikum und heizen 40 Minuten lang gut ein. 

Punkt 21:00 Uhr betritt dann der Headliner die Bühne. Natürlich steht das neue Album im Vordergrund des heutigen Abends. Garniert mit einigen Songs der beiden ersten Album ist die Setlist wie ein „Best Of“. Das die Band im Konzert der Großen mitspielen kann, beweisen sie eindrücklich. Mit dem Song ‚Happier‘ in einer Acoustic-Version bringen sie Abwechslung in den Abend. Auch dieses Quartett reißt die Besucher mit. Moshpit, Handyleuchten, ständige Interaktion mit dem Publikum. Bethany springt ins Publikum und singt im Kreise der Fans weiter. Melodiöse Punksongs mit dem nötigen Schuss Spielfreude. Umso verwunderlicher, das nach genau 60 Minuten Schluss der Show ist. Titel die ins Programm passen würden, hätten sie genug und eine Zeitvorgabe gibt es hier auch nicht. 

Fazit: Bei einem Preis von 24,80 Euro ein unterhaltsamer Abend. Es zeigt, das Bands auch aus eigener Kraft ihre Ziele verwirklichen können. Ein paar Minuten mehr hätten den Briten trotzdem gut zu Gesicht gestanden. 

Die Setliste von As December Falls des heutigen Abends: 1. More to You 2. Go Away 3. Join the Club 4. Alive 5. Nothing On You 6. No Money 7. Little By Little 8. Happier (Acoustic) 9. Mayday 10. Carousel 11. I Can’t Sleep 12. I Don’t Feel Like Feeling Great 13. Everything You Say 14. Ride

Berichterstattung / PhotoCredits: Norbert Czybulka

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