CATHUBODUA – „Interbellum“ (Review)

Wow, was für eine Weiterentwicklung! Im Vorgängeralbum „Continuum“ glänzten CATHUBODUA in erster Linie durch epische Klänge, verfeinert mit sehr viel Abwechslung und folkloristischen Klängen. Die Achillesverse war jedoch das Gesamtbild mit dem weiblichem Gesang, der diese Band schnell in die Nightwish Schublade verschwinden ließ. Dieses Mal hat man Nägel mit Köpfchen gemacht und sich sowohl gesanglich als auch musikalisch etwas weiter aus dem Fenster gelehnt. Das Songwriting klingt viel erdiger, ohne an Bombast einzubüßen.

Der Opener `Effigy of Aftermath` vollendet in den ersten Sekunden einen Spagat zwischen Yngwie Malmsteen und Black Metal, während der weibliche Gesang schon fast aggressiv aus den Boxen prescht. `Foretelling` beginnt zwar langsam, schraubt sich aber schnell in epische Gefilde, die jeden Blind Guardian Fan sofort abholen werden. Mit `Will Unbroken` beweist man, dass man nicht nur knackige Riffs am Start hat, sondern auch in der Lage ist, einen Ohrwurm zu erschaffen. Man könnte meinen, dass man mit `Amidst Gods` an alte Tage anknüpfen und auf Sicherheit spielen möchte, aber das wird schnell durch die Blastbeats und der Geige Lügen gestraft, die sehr gut zusammen harmonieren. Eine weitere Stärke der Band ist das Erzählen einer packenden Geschichte, wobei `The Mirror` definitiv der dramatische Teil der Tragödie ist. Das Finale `Goddess Fallacy` beginnt zwar ruhig, ballert dann aber sämtliche Stärken in Dauerfeuer durch die Boxen; episch, aggressiv (inkl. Growls!), abwechslungsreich und endlich auch charismatisch mit Wiedererkennungswert.

Das Cover hätte problemlos auf einem Screenshot von „Elden Ring“ seinen Platz gefunden und die wuchtige Produktion zementiert den Gesamteindruck ebenfalls ein. Mit einer Spielzeit von 30 Minuten ist der Spaß recht kurz, aber wenn man seine Stärken bündelt und nichts unnötig langzieht, kommt man auch auf ein sehr gutes Ergebnis.

Fazit: Die belgische Antwort auf Blind Guardian inklusive Frauengesang und folkloristischen Elementen überrascht und weiß extrem gut zu gefallen. Gerne mehr davon!

8 von 10 Punkten

Redakteur: Sebastian Radu Groß

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